Taiwo Awoniyi hofft, bei Nottingham Forrest so einzuschlagen wie beim 1. FC Union. In Köpenick sucht man derweil einen Nachfolger.
Taiwo Awoniyi hofft, bei Nottingham Forrest so einzuschlagen wie beim 1. FC Union. In Köpenick sucht man derweil einen Nachfolger. Imago/News Images

Taiwo Awoniyi ist beim 1. FC Union Geschichte. Was neben den vielen guten Erinnerungen an den sympathischen Stürmer bleibt, ist ein ordentlicher Batzen Geld. Manager Oliver Ruhnert kann mit einem beachtlichen Teil der eisernen Rekordablöse nach einem Ersatz fahnden. Dass das alles andere als einfach ist, zeigen einige Beispiele. 1. FC Union nach dem Awoniyi-Abgang: Der Fluch der vielen Millionen. 

Noch nie hat der 1. FC Union mehr Geld für einen Spieler eingenommen. 20 Millionen Euro legte Premier-League-Aufsteiger Nottingham Forrest auf den Tisch, um Awoniyi in die englischen Midlands zu locken.

Wobei nicht die gesamte Summe auf dem Konto der Köpenicker landet. Zwei Millionen Euro (zehn Prozent der Ablöse) fließen an den FC Liverpool, von dem Ruhnert den Nigerianer im vergangenen Sommer nach einer einjährigen Leihe für fast sieben Millionen Euro fest verpflichtete.

1. FC Union: Manager Ruhnert sucht Awoniyi-Nachfolger

Beim Transfer von Max-Kruse-Nachfolger Sven Michel machte der 1. FC Union bereits Bekanntschaft mit dem Fluch des Geldes.
Imago/Jan Huebner
Beim Transfer von Max-Kruse-Nachfolger Sven Michel machte der 1. FC Union bereits Bekanntschaft mit dem Fluch des Geldes.

Ganz sicher wird der 1. FC Union nicht die gesamte Kohle in einen Awoniyi-Ersatz stecken. Dennoch bleiben Kaderplaner Ruhnert noch Millionen, um einen Nachfolger zu verpflichten.

Klar ist, dass die Latte für den neuen Stürmer hoch liegt. „Sportlich und auch menschlich ist er ein großer Verlust für unser Team, den es nun aufzufangen gilt“, sagt Ruhnert über Awoniyi, der in den vergangenen zwei Spielzeiten 25-mal in 65 Spielen knipste.

Hertha BSC als Beispiel für den 1. FC Union

Ruhnert, der sich über die Jahre einen exzellenten Ruf als Schnäppchenjäger auf dem Transfermarkt erarbeitet hat, hat auch diese Saison wieder, meist für einen schmalen Taler, früh seine Hausaufgaben erledigt. Wie schwer es aber auf dem Transfermarkt wird, wenn alle wissen, dass ein Klub im Geld schwimmt, davon können einige Bundesliga-Klubs bereits ein Liedchen singen.

Bestes und sicher in Köpenick gern gesehenes Exempel ist Stadtrivale Hertha BSC. Nach der Finanzspritze von 374-Millionen-Investor Lars Windhorst staunte Ex-Manager Michael Preetz über die aufgerufenen Preise für Spieler, die Hertha auf dem Zettel hatte. Als Paradebeispiel dient sicherlich der Rekordeinkauf Lucas Tousart. Für den Franzosen mit einem damaligen Marktwert von 16 Millionen Euro musste Preetz Lyon 25 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Wegen Max Kruse: Der 1. FC Union kennt bereits den Fluch des Geldes

Auch der VfB Stuttgart kennt den Fluch des Geldes ganz genau. 2009 wechselte Mario Gomez für 35 Millionen Euro zum FC Bayern. Der damalige VfB-Manager Horst Heldt zog erst kurz vor Ende der Transferperiode Ciprian Marica und Pavel Pogrebnyak zu deutlich überteuerten Preisen an Land. Gomez ersetzen konnten beide nicht.

Und selbst Ruhnert kennt das Leid in gewisser Weise. Als Max Kruse plötzlich im Winter den finanziellen Lockrufen aus Wolfsburg erlag, musste der 1. FC Union für Paderborns Sven Michel verhältnismäßig tief in die Tasche greifen.

Das Gute: Cheftrainer Urs Fischer und Ruhnert verfolgen seit Jahren einen klaren Plan, sind gewiefte Einkäufer. Insofern dürfen die Fans des 1. FC Union entspannt gespannt sein, welchen Awoniyi-Joker Ruhnert zieht.

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