Unions Co-Trainer Sebastian Bönig und sein Chef Urs Fischer werden sich auch in dieser Woche wieder den Diensten von Busfahrer und Betreuer Martin Schäfter anvertrauen.
Unions Co-Trainer Sebastian Bönig und sein Chef Urs Fischer werden sich auch in dieser Woche wieder den Diensten von Busfahrer und Betreuer Martin Schäfter anvertrauen. Imago/Matthias Koch

Drei Spiele in einer Woche? Kennt man. Drei Auswärtsspiele binnen neun Tagen? Haben eher Seltenheitswert. Und doch sieht der 1. FC Union sich genau damit konfrontiert. Das sind drei Spiele mit insgesamt 1695  Autobahnkilometern für den Busfahrer. Kein Zuckerschlecken.

Los geht es am Sonnabend mit dem Gastspiel in Frankfurt im ehemaligen Waldstadion (15.30 Uhr, Sky). Es folgt der Europa-League-Auftritt am Donnerstag im südschwedischen Malmö, der von RTL mal wieder hinter seinem zahlungspflichtigen Streamingdienst RTL+ (18.45 Uhr) versteckt wird. Den Abschluss bildet dann die für Fans reisefeindliche Partie der Eisernen in Stuttgart am Sonntag (19.30 Uhr, Dazn).  

„Wir werden sicherlich ein bisschen im Flieger sitzen“, erklärte Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union, der gerade in dieser Wochen seinen Vertrag in Köpenick verlängert hat. Hinreise nach Frankfurt am Freitag, Rückkehr tags darauf. Am Mittwoch geht es nach Schweden. Freitags wieder zurück nach Berlin und von dort aus kaum 24 Stunden später ins Ländle.

1. FC Union: Malmö, Köpenick, Stuttgart in zwei Tagen

Da gilt es vor allem die nötige Frische zu bewahren. Und vor allem gut zu regenerieren. „Wir kommen aus Malmö nach Berlin zurück, weil wir hier die besten Bedingungen haben“, so Fischer über die Gründe, warum man sich beim 1. FC Union gegen einen Roundtrip aus Südschweden direkt nach Baden-Württemberg entschieden hat.

Doch damit sind auch andere Akteure besonders gefragt. Wobei weniger die Mitarbeiter des Vereins gemeint sind, die zwar auch gerne alle nach Schweden zum vielleicht vorentscheidenden Spiel in der Europa League fahren würden und entsprechend Urlaubsanträge en gros abgeben wollten. Doch die Alte Försterei wird nicht in der kommenden Woche total verwaist sein. „Allein schon deshalb, weil ja auch hier viele Mitarbeiter keine Karten bekommen haben. Es gab ja insgesamt nur 1000 Karten“, so Pressesprecher Christian Arbeit. 

Der 1. FC Union will auf zwei Fahrer setzen

Die Logistik der Eisernen ist also voll gefragt bei diesen Touren. „Ich glaube schon, dass wir das in Griff bekommen, dass auch die Busfahrer ausgeruht sind“, so Fischer. Auch die müssten entsprechend regenerieren, nicht nur für die Profis ist das Thema Belastungssteuerung wichtig. „Die fahren schließlich die Mannschaft, das Kapital des Klubs. Die müssen auch ihre Ruhepausen bekommen“, so Fischer.

Da das alles einem einzigen Fahrer kann nicht zuzumuten ist, vor allem, weil er ja immer am Vortag des jeweiligen Spiels Autobahnkilometer frisst, um die Mannschaft vom Flughafen ins Hotel und später ins Stadion und zurück zu fahren, werden die Touren gesplittet. Man könnte beispielsweise in Malmö auf lokale Busunternehmen zurückgreifen, dadurch Bus-Chauffeur Martin Schäfter entlasten.

Apropos zurückgreifen. Bis auf Kevin Möhwald kann Fischer beim Start des Auswärtstriples auf alle Akteure bauen. Sämtliche Länderspielfahrer kamen unbeschadet zurück.

Was auch notwendig sein wird gegen die Hessen. Denen so Fischer, dürfe man kein offenes Spiel bieten. Weil sie ansonsten die Spieler und die Geschwindigkeit hätten, um die Räume zu nutzen. Schade, dass man da nicht den Bus vor dem Tor parken darf. Aus so einer stabilen Abwehr heraus könnten die Eisernen sicherlich ihr Konterspiel perfekt aufziehen …

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