Unions Trainer Urs Fischer lächelt zufrieden nach dem 2:1 bei RB Leipzig.
Unions Trainer Urs Fischer lächelt zufrieden nach dem 2:1 bei RB Leipzig. Imago Images/Koch

Wer ist denn schon der Hauptmann von Köpenick? Der 1. FC Union hat den König von Köpenick! Trainer Urs Fischer (56) hat sich mit dem 2:1-Sensationssieg bei RB Leipzig endgültig die Krone aufgesetzt. Herr Fischer, das war einfach Königsklasse!

Nur drei Tage nach dem bitteren 1:2-Pokal-Aus in der Sachsenmetropole hatte Fischer mit seiner behutsamen Art die Mannschaft wieder mental bärenstark aufgebaut. Das war ein Psycho-Kunststück des Schweizers. Bescheiden, wie es seine Art ist, sagt er: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Eine Wahnsinnsmoral! Du musst eben auch wieder aufstehen.“

Torschütze Michel: „Balsam für die Seele“

Grischa Prömel, Kevin Behrens und Sven Michel (v. l.) bejubeln den Siegtreffer.
Grischa Prömel, Kevin Behrens und Sven Michel (v. l.) bejubeln den Siegtreffer. City-Press

Taten die Eisernen und zwar auch noch nach einem 0:1-Rückstand. Das Spiel wurde in den Schlussminuten gedreht, weil Fischer das Goldhändchen hat. Seine beiden Joker Sven Michel (86.) und Kevin Behrens (89.) trafen und sorgten für den epischen Sieg. Der Tor-Michel strahlt: „Ich bin überglücklich, so stellt man sich eine Einwechslung genau vor. Es ist für uns ein bisschen Balsam für die Seele.“

Nein, Fischer ist kein Glücksritter! Der Schweizer ist einfach König des perfekten Timings. Nicht nur während des Spiels in Leipzig, sondern in der ganzen Saison. „Ich habe gesagt, dass wir versuchen werden, oben nochmal anzugreifen“, erklärte der Coach nach dem 1:0 gegen Köln, als 41 Punkte da waren.

Fischer: „50 Punkte, es sieht nicht schlecht aus“

Gut gebrüllt! Unions Trainer Urs Fischer nach dem 2:1-Tor durch Kevin Behrens.
Gut gebrüllt! Unions Trainer Urs Fischer nach dem 2:1-Tor durch Kevin Behrens. dpa

Neues Ziel, Vollangriff! Es folgte das 4:1-Derby bei Hertha, das 2:0 gegen Frankfurt und jetzt das 2:1 in Leipzig. Fischer: „50 Punkte, im Moment sieht es nicht schlecht aus. Aber mich interessiert nicht der 31. Spieltag, mich interessiert, wo wir am 34. Spieltag stehen.“ Nachladen beim Motivationsschub.

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Union ist mittendrin im Euro-Kampf und hat einen Lauf. Keiner der anderen vier Mitkonkurrenten Leipzig, Freiburg, Köln und Hoffenheim holte zuletzt vier Siege in Serie. Vorteil für Union! Dazu das Restprogramm: Heimspiel gegen Absteiger Fürth, auswärts in Freiburg und Saisonfinale an der Försterei gegen Bochum. Leipzig, Freiburg, Köln haben noch jeweils zwei Auswärtspartien. Wieder Vorteil für Union!

Von Champions League (vier Punkte Rückstand auf Leipzig) über Europa League bis zur Conference League ist alles noch drin. Michel: „Wenn wir so weitermachen, brauchen wir auch gar nicht zu gucken. Dann qualifizieren wir uns.“ Rechnerisch ganz sicher: Mit weiteren drei Union-Siegen (inklusive Dreier in Freiburg) stehen die Köpenicker am Ende auf Platz 5. Wenn Leipzig noch zweimal patzt, ist sogar die Champions League drin. Egal, wo Union am Ende steht: Herr Fischer, das ist jetzt schon Königsklasse!

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