War das schon ein Abschiedsgruß? Unions Mittelstürmer Taiwo Awoniyi wird von Nottingham Forrest umworben. imago/Matthias Koch

Natürlich hat es jeder kommen sehen. Aber es wird der Transfer, den keiner beim 1. FC Union eigentlich will. Weder Trainer Urs Fischer noch die lieben Kollegen. Und schon gar nicht die Fans. Die müssen nun ganz tapfer sein. Denn der Abschied von Taiwo Awoniyi rückt näher. Das immer fröhliche Lachen auf dem Gesicht des jungen Nigerianers wird wohl nicht mehr die Alte Försterei verzücken.

Die Faktenlage ist klar: Durch eine Ausstiegsklausel kann der 24-Jährige die Eisernen jederzeit verlassen. Der Abschiedsschmerz beim 15-Tore-Mann würde immerhin mit 20 Millionen Euro versüßt werden. Sportlich aber ein schwacher Trost.

Zumal ja nicht die ganze Kohle in Köpenick hängen bleibt. Der FC Liverpool hatte sich vorigen Sommer, als die Eisernen eine Rekordablöse von rund 6,5 Millionen Euro für Awoniyi an die Merseysider überwiesen, eine Weiterverkaufsklausel einbauen lassen. Branchenüblich wären das rund 10 Prozent.

Taiwo Awoniyi: 11,5 Mio. Euro Gewinn für den 1. FC Union

Blieben unter dem Strich 11,5 Millionen Euro beim 1. FC Union hängen. Immer noch ein gutes Geschäft. Aber eben nur, was buchhalterische Belange angeht. Sportlich und menschlich ist es ein schmerzhaftes Verlustgeschäft.

Mit Nottingham Forrest wurde nun erstmals ein Kandidat genannt. Der zweifache Sieger im Europapokal der Landesmeister (1979 und 1980) verfügt als frischgebackener Premier-League-Aufsteiger über eine üppig gefüllte Börse. Rund 190 Millionen Euro garantiert ihnen die wiedergewonnene Erstklassigkeit auf der Insel. Da sind 20 Millionen gut investiertes Geld für den nigerianischen Nationalspieler.

Für die Eisernen stellt sich dadurch natürlich die Frage nach einem passenden Nachfolger. Und das wird kein Schnäppchen, da die Konkurrenz weiß, dass die Geldbörse bei Union durch den Transfer prall gefüllt ist. Schon bei Sven Michel musste Union seinerzeit mit zwei Millionen Euro tiefer in die Tasche greifen, als es ihnen lieb war. Aber Paderborn wusste eben um die fünf Millionen, die aus Wolfsburg rübergewachsen waren für Max Kruse.

Awoniyi hatte nach einer bärenstarken Hinrunde, in der er auch stark von den Zuspielen eines Max Kruse profitierte, eine Schwächephase in der zweiten Saisonhälfte. Auch erklärbar durch seinen Einsatz beim Afrika-Cup. Danach wirkte er ein wenig überspielt.

1. FC Union: Taiwo Awoniyis Geschwister leben in England

In der Schlussphase, in der der 1. FC Union aber bis auf Rang fünf vorstürmte, war Awoniyi aber wieder ganz der Alte. Das rief natürlich die Klubs auf der Insel auf den Plan. Zumal es bekannt ist, dass Awoniyi ins Vereinigte Königreich zurück möchte. Zwei Geschwister leben dort.

Nottingham soll nicht der einzige Interessent sein. Im April liebäugelten West Ham und Southhampton mit dem bulligen Angreifer. In Deutschland berichtete Sky zunächst über den Fall, in England griff der Guardian den möglichen Transfer auf.

Dumm für Union, dass es kein Wettbieten geben kann durch die per Ausstiegsklausel festgelegte Ablösesumme. Die Entscheidung, wohin es geht, trifft allein Unions Bundesligarekordschütze (20 Tore in zwei Spielzeiten).

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