Dass man Hunde auf keinen Fall im Auto zurücklassen sollte, wenn es draußen heiß ist, ist bekannt - aber wie kann man Tieren bei Hitze noch helfen?
Dass man Hunde auf keinen Fall im Auto zurücklassen sollte, wenn es draußen heiß ist, ist bekannt - aber wie kann man Tieren bei Hitze noch helfen? imago/Chromorange

Hinter Deutschland liegen schon jetzt extrem heiße Tage – und nicht nur für uns Menschen ist die Hitze eine riesige Belastung. Unter den Temperaturen leiden auch die Tiere, Haustiere und Wildtiere. Je heißer der Sommer, desto mehr wird gewarnt – und desto häufiger gibt es Hilfs-Bitten von Tierschützern. Hätten Sie gewusst, dass die Temperaturen für Fledermäuse ein riesiges Problem sind, wie Sie gefährdeten Eichhörnchen helfen können… und warum auch die Temperaturen für Hunde so gefährlich sind? Hier kommen ein paar wichtige Hitze-Tipps für Tierfreunde. Denn der Sommer ist noch lange nicht vorbei.

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Jedes Jahr wird beispielsweise davor gewarnt, Hunde nicht in geschlossenen Autos zurückzulassen. Das Thema ist alt – und doch leider immer wieder aktuell. Auch ich lese in sozialen Netzwerken wie Facebook momentan immer wieder Geschichten von Menschen, die etwa auf Supermarkt-Parkplätzen Hilfe holen oder gar Scheiben von Autos einschlagen mussten, um Tiere vor dem Hitzetod zu retten.

Wie schützen sich Tiere vor der Wärme?

Das Problem ist: Viele Tiere haben nicht – wie wir Menschen – Schweißdrüsen, über die sie ihre Körpertemperatur regulieren können. Hunde sind das beste Beispiel. Bei ihnen sitzen die Schweißdrüsen ausschließlich unter den Pfoten… und das genügt bei weitem nicht, um den Hundekörper zu kühlen. Stattdessen kühlen sich Hunde durch das Hecheln ab. Wichtig ist auch die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Tier-Experten raten beispielsweise, etwas mehr Wasser unters Nassfutter zu mischen, damit die Haustiere dadurch mit Flüssigkeit versorgt werden. Das gilt auch für Katzen und Kleintiere.

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Wie verhalten sich Tiere bei Überhitzung?

Ein Hitzschlag ist nicht immer leicht zu erkennen – oft verhalten sich betroffene Tiere aber sehr unruhig, suchen verstärkt nach schattigen und kühlen Plätzen und hecheln stark. Aber auch flache Atmung, verlangsamte Reaktionen und sehr rote oder sehr blasse Schleimhäute können ein Anzeichen für Kreislaufprobleme sein. Damit es gar nicht erst dazu kommt, sollte für Haustiere immer ein kühles Plätzchen bereitstehen. Ein guter Tipp ist es außerdem, nasse Handtücher auszulegen, auf die sich die Lieblinge zurückziehen können.

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Bei Hunden gilt außerdem: Gassi-Runden in der Mittagshitze sollten tabu sein. Außerdem empfehlen Experten, vor dem Spaziergang immer den Untergrund zu prüfen – denn auf aufgeheiztem Asphalt können sich die Tiere leicht ihre Pfoten verbrennen. Eine tolle Regel: Wenn Hundebesitzer nicht barfuß über den Asphalt laufen können, weil es zu heiß ist, sollten Sie auch ihren Hunden diese Wege nicht zumuten. Also: Schuhe aus, testen – Sie werden merken, dass das wahrlich kein Vergnügen ist.

Auch Hunden tut bei großer Hitze eine Erfrischung gut.
Auch Hunden tut bei großer Hitze eine Erfrischung gut. dpa/Taneèek David/CTK

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Wie kann ich Tieren bei Hitze helfen?

Es gibt auch zahlreiche Wildtiere, für die man bei hohen Temperaturen etwas tun kann. Alle Gartenbesitzer und Balkongärtner sollten für Vögel und Insekten beispielsweise kleine Wasserschalen mit frischem Wasser aufstellen, dieses regelmäßig wechseln.

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Ein großes Problem mit der Hitze haben auch Fledermäuse: Sie haben ihre Quartiere oft an vermeintlich kühlen Stellen, etwa unter Dachziegeln – doch auch dort herrschen nun extreme Temperaturen. Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass die Tiere dann versuchen, vor der Wärme zu fliehen – und dabei herunterfallen. Wer eine heruntergefallene Fledermaus finde, solle diese vorsichtig mit einem Tuch oder Handschuh anfassen, um sie nicht zu verletzen. Dann müsse sie an einen kühlen und sicheren Ort gebracht und mit Wasser versorgt werden. Zur Dämmerung könne man die Tiere dann an eine erhöhte Stelle setzen, damit sie abfliegen.

Was kann man Eichhörnchen Gutes tun?

Gefährlich ist die Situation auch für Eichhörnchen: Bei den Tieren droht der Kreislauf-Kollaps, wenn sie nicht rechtzeitig Wasser finden. Wer ein zusammengebrochenes Eichhörnchen entdeckt, sollte es in einen Karton mit einem Handtuch legen und diesen in einen kühlen Raum stellen – dann bitte den nächsten Tierarzt informieren und fragen, was zu tun ist. Zudem gibt es einen Eichhörnchen-Notruf, der über die Telefonnummer 0700 200 200 12 zu erreichen ist.

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Florian Thalmann schreibt jede Woche im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com