Die ehemalige Streunerhündin Busia hilft bei der Therapie eines verwundeten Soldaten. Vier Pfoten

Hunde werden immer wieder als die besten Freunde des Menschen bezeichnet – dass sie uns Gutes tun können, ist lange bekannt. Schließlich werden ihre Fähigkeiten nicht umsonst zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Auch Therapiehunde gibt es viele, aber keines der Tiere hat eine so dramatische Geschichte wie sie: Hündin Busia lebte einst als Streunerin auf den Straßen der Ukraine, wurde von dort gerettet – und hilft als Therapiehündin nun Kriegsverwundeten.

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Grund dafür ist das Projekt „Animal Assisted Intervention“ der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ - hier werden seit 2018 Streunerhunde als zu Therapiehunden ausgebildet. Eine von ihnen ist Busia, die nun in einem Krankenhaus in der Stadt Winnyzja in der Zentralukraine im Einsatz ist. Dadurch, dass Busia sich mit den Soldaten und Soldatinnen beschäftigt, soll Posttraumatischen Belastungsstörungen vorgebeugt werden.

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Vielen Patienten fällt es leichter, sich erst einmal einem Hund zu öffnen

„Unsere Hauptaufgabe ist es, Patientinnen und Patienten zu unterstützen, die Angriffen, Rettungsoperationen oder Verletzungen ausgesetzt waren“, erklärt Viktoriia Habryk, Psychologin der Tierschutzorganisation. „Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Erkrankung, der wir mit unserer Arbeitet vorbeugen wollen. Es fällt Menschen häufig leichter, sich erst einmal einem Hund zu öffnen. Oft sehen wir im Krankenhaus Personen, die zuvor mit niemanden gesprochen haben, aber innerhalb kürzester Zeit auf unsere Hündin Busia zugehen und mit ihr interagieren.“

Busia wurde von der Straße geholt und zur Therapiehündin ausgebildet. Vier Pfoten

Dabei ist das, was Busia tut, so simpel – und dennoch so hilfreich für die Betroffenen. Sie geht zu Patientinnen und Patienten, leckt ihre Hände oder lädt sie laut „Vier Pfoten“ dazu ein, mit ihr zu interagieren. „Streicheln und umarmen die Patientinnen und Patienten Busia, beruhigen sie sich häufig. Und das Beste: Busia urteilt nicht, sie spendet bedingungslos Liebe und Zuneigung“, sagt Habryk. Busia wurde dafür ausgebildet – sie lernte, menschliche Gefühle zu erkennen und auf sie zu reagieren. Dazu gehören etwa Anspannung oder Stress.

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Sie ist nicht die erste Streuner-Hündin, die die Ausbildung durchlaufen hat. Nach der Auswahl der entsprechenden Tiere durchlaufen sie das Programm, nach einem Jahr werden dann Gesundheit, Temperament und Verhalten auf die Probe gestellt und bewertet.

Ausgebildete Therapiehunde müssen in allen Situationen ruhig bleiben

Wichtig sei, dass die Hunde in allen Situationen ruhig bleiben. „Ein Rollstuhl oder das Hantieren mit Krücken darf sie nicht irritieren. Außerdem ist es wichtig, dass der Hund mit Fremden arbeiten möchte, zugänglich und freundlich ist und keine Formen der Aggression zeigt“, erklärt James Pirnay von „Vier Pfoten“. Und natürlich müsse es auch dem Tier gut gehen. „Die Arbeit darf außerdem niemals eine Bürde für den Hund sein.“

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