Putzig, aber gefährdet: Die verheerenden Brände in Australien haben den Koalas schwer zugesetzt. AP/Martin Meissner

Wenn wir über Tiere sprechen, denken wir oft nur an Hunde und Katzen – denn natürlich: Die Haustiere sind die besten Freunde des Menschen. Allerdings passiert so viel mehr in der kunterbunten Welt der Tiere. Diese Woche sind mir ein paar Meldungen untergekommen, die ich unbedingt mit Ihnen, liebe Leser, teilen möchte. Weil sie mich zum Staunen brachten.

Lesen Sie dazu jetzt auch: Tragische Tiergeschichte: Diese Katzen-Mama hat nur ein Auge – der Grund ist traurig! Wer gibt der süßen Lilly trotz Handicap eine Chance? >>

Was mich bei Tieren besonders fasziniert, sind Erkenntnisse, die die Menschheit über sie gewinnt. Wir glauben, vieles zu wissen – doch dann erfahren wir immer wieder neue, interessante Dinge, die beweisen: Nicht nur wir selbst sind intelligente Wesen. Beispiel Australien: Wussten Sie, dass hier Spürhunde eingesetzt werden, um Koala-Kot zu erschnüffeln?

Jetzt lesen: Wie mies können Tierhalter sein? Armer Kater Darius! Als er ins Tierheim kam, brauchte er OPs – hier seine traurige Geschichte >>

Mit Spürhunden soll der Gesundheitszustand er Koalas überwacht werden

Der Grund ist recht naheliegend: Nach den verheerenden Buschbränden in Australien gelten die putzigen, Eukalyptus mampfenden Tiere gleich in mehreren Bundesstaaten als gefährdet. „Koalas sind im Allgemeinen eine ziemlich widerstandsfähige Spezies. Sie können viel aushalten, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt“, sagt Expertin Wendy Simpson. Deshalb ist es wichtig, den Gesundheitszustand der Tiere überwachen. Und das klappt über die Ausscheidungen gut.

Spürhund Billie-Jean ist auf Koala-Kot spezialisiert. dpa/Tyson Mayr/IFAW

Doch für den Menschen ist es schwierig, den Kot zu finden, weshalb Hunde eingesetzt werden. Tiere helfen Tieren, sozusagen – ist das nicht süß? Zwölf dieser Schnüffler gibt es momentan, in Zukunft sollen es mehr werden. Genauso spannend war für mich eine Meldung, in der es um etwas weniger exotische Tiere geht. Hätten Sie gedacht, dass Pferde und Schweine anhand unserer Stimmen erkennen können, wie wir uns fühlen? Kein Witz: Genau das haben Forscher aus mehreren Ländern jetzt herausgefunden.

Jetzt auch lesen: Was für ein irrer Job! Frau verdient 120.000 Euro jährlich – mit toten Mäusen... DARUM hagelt es jetzt Kritik an ihrer Arbeit >>

An dem Projekt waren Wissenschaftler aus Zürich, Kopenhagen und Berlin beteiligt. Sie spielten den Tieren von einem Sprecher gesprochenes Kauderwelsch vor. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Tiere von den Emotionen beeinflusst werden, mit denen wir unsere Stimmen aufladen, wenn wir mit ihnen oder in ihrer Nähe sprechen“, sagt die Verhaltensbiologin Elodie Briefer von der Universität in Kopenhagen.

Die Tiere schienen die Gefühle des Menschen sogar zu spiegeln. Und das macht die erst einmal schräg klingenden Forschungsergebnisse sehr wertvoll. Denn das bedeutet auch, dass sich die Gefühle der Menschen auf die der Tiere auswirken – spannend vor allem für alle, die mit Tieren arbeiten.

Ab jetzt werde ich Pferden und Schweinen immer gut gelaunt begegnen

Wenn ich mal wieder auf einer Wanderung bin, über Brandenburger Felder laufe und Pferden oder Schweinen begegne, werde ich ihnen gut gelaunt gegenübertreten, damit wir uns alle gut fühlen können. Ob ich mit dieser Taktik meine Angst vor einer Begegnung mit Wildschweinen und Spinnen in den Griff bekomme, wage ich zu bezweifelt – denn wie bei Menschen gilt sicher auch bei Tieren: Gutes Zureden hilft nicht immer.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com

Jetzt auch lesen: Süße Kaninchen wie Müll entsorgt! Priscilla und Annemarie wurde in Hellersdorf ausgesetzt – wer gibt ihnen eine zweite Chance? >>