Der Name Tesa wurde im April 1940 ins Markenregister eingetragen. Der heutige Tesafilm hieß einst „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm.“ Foto: dpa 

Schnell mal eine geklebt: 98 Prozent der Deutschen kennen „Tesa“ – umgangssprachlich verwenden wir diesen Namen für fast jedes transparente Klebeband. Allerdings weiß kaum jemand, welch entscheidende Rolle eine Sekretärin und ein Thüringer sowie zwei Flops bis zum endgültigen Durchbruch der Marke gespielt haben, bis im April 1940 der Name schließlich beim Patentamt registriert werden konnte.

Seit 1896 Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm

Ein mühsames Geschäft. Bei der Firmengründung im Jahre 1882 konnte Paul C. Beiersdorf nicht ahnen, dass unter seinem Namen einmal Produkte von Weltrang hergestellt würden: Nivea, Hansaplast, Labello oder Tesa. Sein kleines Unternehmen war denkbar weit entfernt von dem globalen Konsumgüterkonzern, der die Beiersdorf AG längst geworden ist. Aber der Grundstein wurde gelegt: Schon 1896 entwickelte er in seinem Hamburger Unternehmen den sogenannten Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm, die Basis des späteren Erfolgs.

Die Patenturkunde von 1940.
Foto: Tesa

Anfangs war die Klebmasse als Wundpflaster gedacht, aber trotz exzellenter Haftung reizte sie die Haut. So wurde „Citoplast“ als erstes technisches Klebeband herausgebracht, es diente vor allem zum Flicken beschädigter Fahrradschläuche. Auch Tesa gab es schon 1908, es war jedoch kein Klebestreifen, sondern bezeichnete die patentierte Zahnpastatube „Pebeco“ aus dem Hause Beiersdorf. Der Name „Tesa“ geht auf die Sekretärin Elsa Tesmer zurück, die von April 1903 bis Ende Oktober 1908 als Kontoristin und Leiterin der Schreibstube für Beiersdorf arbeitete.

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Aus den zwei Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den zwei letzten Buchstaben ihres Vornamens setzt sich der Begriff zusammen. Warum gerade der Sekretärin so viel Ehre zuteil wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Sie verstarb 1968 im Alter von 81 Jahren.

Der Name tesa geht auf die Sekretärin Elsa Tesmer (r.) zurück.
Foto: Tesa

Jedenfalls ließ Beiersdorf den Namen schon 1908 für seine Zahnpastatube schützen. Doch die Zahncreme entpuppte sich als Flop. Ebenso wie ein zweiter Versuch aus dem Jahr 1926, als der Name für eine neuartige synthetische Wurstpelle eingeführt wurde.

1934 der Tischabroller als zündende Idee

Die Wende kommt 1934, als der 25-jährige Hugo Kirchberg aus Eisenach als Bürokaufmann – mit einem Gehalt von 250 Reichsmark im Monat – bei Beiersdorf einsteigt. Er glaubt fest an den Erfolg des „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilms“ als unerlässliche Bürohilfe. Das Produkt aus transparenter Acetat-Folie braucht aber noch eine zündende Idee: Eine kombinierte Abroll- und Abtrennvorrichtung, um es schnell und sauber verarbeiten zu können. Daher meldet Kirchberg für Beiersdorf bereits 1935 einen Tischabroller zum Patent an.

In den 1940er Jahren verkaufte Beiersdorf mehr Klebebänder als die gesamte deutsche Konkurrenz zusammen. Der Umsatz steigt von 238.000 Reichsmark auf weltweit knapp 1,38 Milliarden Euro im Jahr 2019. Dafür sorgen 4900 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern mit 63 Tochtergesellschaften.