Eine neue Version seines Klapp-Handys will Samsung auf den Markt bringen. Foto: dpa/Samsung

Samsung lässt nicht locker und will faltbare Smartphones am Markt erfolgreich platzieren. Der Marktführer aus Südkorea stellte am Dienstag das Modell Galaxy Z Fold2 5G vor, das sich vor allem durch ein neu gestaltetes Klapp-Scharnier und einem größeren Display auf der Außenseite vom Vorgängermodell unterscheidet. „Wir möchten mit faltbaren Smartphones eine neue Geräte-Kategorie etablieren“, sagte Samsung-Manager Mario Winter. Dabei habe man auf die Rückmeldungen der Kunden gehört, Hardware verbessert und auf Software-Ebene eng mit Partnern wie Google und Microsoft zusammengearbeitet.

Das Fold ist ausgeklappt so groß wie ein kleiner Tablet-Computer mit einem fast quadratischen Display (7,3 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 4 zu 3,2). Die Einführung des ersten Fold-Modells im vergangenen Jahr verlief äußerst holprig und musste im Frühjahr verschoben werden, nachdem sich bei an Journalisten verteilten Testgeräten erhebliche Mängel herausstellten. Eine Schutzschicht über dem Falt-Display konnte zu leicht abgezogen werden, was zu einer Beschädigung des Bildschirms führte. In einem anderen Fall gelangten Staubkörner über eine Lücke um das Scharnier des Telefons in die Falte und setzten sich hinter dem Bildschirm ab. Die Gelenke wurden dann zum Marktstart im September 2019 für die Verkaufsversion verbessert.

In der Neuauflage des Galaxy Fold, die noch in diesem Monat in Deutschland auf den Markt kommen wird, hat Samsung das Konzept für das integrierte Scharnier nochmals überarbeitet. Der nun verwendete sogenannte CAM-Mechanismus wird in ähnlicher Form bereits beim kleineren Klapp-Handy Galaxy Z Flip eingesetzt, das im vergangenen Februar vorgestellt wurde. Das kompakte Flip lässt sich auf die Größe eines herkömmlichen Smartphones ausfalten. Beim neuen Fold setzt Samsung auf die sogenannte Sweeper-Technologie des Flip, mit der verhindert werden soll, dass Staub und Schmutzpartikel in das Innere des Scharniers gelangen.

Das Flip liegt mit einem Verkaufspreis von gut 1440 Euro rund 500 Euro unter dem neuen Galaxy Z Fold 5G, das für 1949 Euro in den Handel kommen wird.

Die Entwicklung und Produktion von Smartphones dieser Geräteklasse ist eine echte Herausforderung für die Hersteller. Eigentlich sollte das Mate X von Huawei bereits im Sommer 2019 in den Regalen stehen, doch der chinesische Konzern musste den Start des Klapp-Handys verschieben. Es kam dann erst im November für den Preis von 2161 Euro in die Geschäfte.

Branchenexperten bezweifeln allerdings, dass sich faltbare Smartphones als neue Produktkategorie dauerhaft etablieren können, wenn auch künftig die Preise so deutlich über der 1000-Euro-Schwelle liegen. Samsung nennt keine Verkaufszahlen, verweist aber auf hohe Steigerungsraten. Der Absatz ist demnach vom vierten Quartal 2019 zum ersten Quartal 2020 um „mehr als 70 Prozent“ gestiegen und habe im zweiten Quartal 2020 um weitere 30 Prozent zugelegt