Lässt sich Facebook wirklich so leicht beeinflussen?  Imago/Lehtikuva

Immer wieder tauchen diese Kettenbriefe bei Facebook auf. Mit einem einfachen Text soll es möglich sein, anpassen zu können, was einem auf Facebook in seinem News Feed angezeigt wird. Endlich würden einem wieder mehr Freunde angezeigt. So heißt. Aber ist wirklich so einfach, den Algorithmus des Sozialen Netzwerks zu beeinflussen? 

So ist der Statuspost formuliert, der aktuell tausendfach kursiert: 

Facebook Screenshot

Welche Beiträge man wirklich bei Facebook sieht, weiß wirklich nur der Algorithmus des sozialen Netzwerks. Und der gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen im Netz. Die Sorge, etwas zu verpassen, macht immer wieder Kettenbriefe erfolgreich, die alles Mögliche versprechen. Im jüngsten Fall soll man nur kurze Kommentar von Freunden provozieren und danach einen „ganz anderen Newsfeed“ haben als zuvor.

Angeblich beeinflusst man so nämlich den Algorithmus von Facebook. Dieser Post ist übrigens eine Variante eines Kettenbriefs, der seit mindestens drei Jahren durch Facebook geistert und extrem häufig geteilt wurde. 

Was ist denn nun aber dran an den Versprechen? Hilft es wirklich? Ist es Unsinn? Oder sogar gefährlich? 

Algorithmus auf Facebook ist hochkomplex

Nach allem, was man weiß, ist der Kettenbrief zwar nicht schädlich, nervt aber viele Nutzer. Der Algorithmus lässt sich von dem Posting jedenfalls nicht beeindrucken.

Was man bei Facebook angezeigt bekommt, ist weder allgemein bekannt, noch wirklich einfach zu entschlüsseln. Entgegen verschiedener Fake-Postings ist der News-Feed auch definitiv nicht auf 25 Kontakte beschränkt.

Dies dementiert Facebook immer wieder. Sicher ist lediglich: Postings, auf die reagiert wird, vor allem mit Kommentaren, werden häufiger angezeigt als Posts ohne Reaktion. Der Mechanismus, der hinter dem News-Feed steht, ist jedoch deutlich komplizierter und lässt sich ganz sicher nicht durch einen Statuspost verändern.

Nutzt dieses Posting dann überhaupt etwas?

Hilft das Posting dann überhaupt? Die Experten von Mimikama.at sagen: „Nein, tut es nicht. Außer, dass man nun eventuell eine Zeit lang wieder diesen Status überall sieht, weil ein paar Nutzer dann doch denken Naja, ich poste das mal, wenn es nichts bringt, hat es auch nicht geschadet…“

Gefährlich wird es, wenn solche Kettenbriefe – wie immer wieder geschehen – auf ein Tool namens „Profile Viewer“ verweisen. Vorsicht, es handelt sich dabei um einen Phishing-Versuch, warnt Mimikama! Durch das Einloggen auf der gefälschten Maske, spielt man seine Login-Daten direkt in die Hände der Betrüger.

Gefahr durch „Profile Viewer“

Geködert wird dabei mit dem „Profile Viewer“, der es angeblich möglich macht, eine Liste an Nutzern anzuzeigen, die das eigene Facebook-Profil besucht haben sollen. Eine solche Funktion gibt es aber nicht!

Der Tipp der Mimikama-Experten: „Wer sich nicht sicher ist, ob er auf der echten Login-Seite ist, kann es zuerst mit wahllosen Buchstaben versuchen. Zum Beispiel: ergsertgrestg@esrt.com und als Passwort detfgdrtbrx. Kannst du dich trotzdem „einloggen“, weißt du, dass es eine Phishing-Seite ist!“