Welchen Einfluss hat der Mobilfunkstandard 5G auf das Coronavirus? Foto: dpa/Federico Gambarini

Der KURIER prüft an dieser Stelle Mythen und Theorien rund um das neuartige Coronavirus auf ihren Wahrheitsgehalt. Heute: Welchen Einfluss hat der Mobilfunkstandard 5G auf das Coronavirus?

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Die schnelle Antwort lautet: Keinen. Es kursieren dennoch verschiedene Theorien. Bereits im Januar suggerierte die Website „Connective Events“, dass die Corona-Todesfälle in Wuhan eigentlich einem von „5G verursachten Zellabbau“ zugeschrieben werden sollten. „Connective Events“ ist ein Portal, das seit längerem Verschwörungstheorien über 5G verbreitet und sich zum Teil über die Veranstaltung von Events und den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln finanziert. Auf ihr kommen Autoren wie der Esoteriker Jessie Marsson zu Wort, der im Mai 2009 in Brandenburg den Mikrostaat „Fürstentum Germania“ mitinitiiert hat.

Keine Belege für stärkere Strahlenbelastung

Und was ist nun an dem Zellabbau dran? Auch nichts. 5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration. Sie soll Daten schneller übertragen und dabei weniger Strom verbrauchen. Dafür, dass die Strahlenbelastung steigt, gibt es keine Belege. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dem Recherchenetzwerk „Correctiv“ bestätigt, verursacht 5G „weder Zellabbau noch grippeähnliche Symptome. 5G kann (wie alle Felder von Mobilfunksendeanlagen, also auch 2G,
3G, 4G) höchstens eine geringfügige, nicht wahrnehmbare Erwärmung verursachen, die sich vor allem
auf die Körperoberfläche beschränkt (und die Lunge nicht erreicht).“

In einer Sprachnachricht, die seit März kursiert, wird zudem behauptet, dass 5G das Immunsystem schwäche. Auch das konnte in zahlreichen Studien nicht nachgewiesen werden, teilte das BfS mit.