Ein Mauszeiger klickt auf einen Button mit der Aufschrift „Cookies akzeptieren“.  Lino Mirgeler/dpa

Sie sind ein ständiger Begleiter beim Surfen im Netz: Cookie-Banner erscheinen bei fast jedem Besuch einer neuen Seite. Bevor man nicht per Klick entschieden hat, ob Cookies und wenn ja, welche zugelassen werden sollen, geht es nicht weiter. Für viele ist dies vor allem ein Ärgernis, das möglichst schnell verschwinden soll.

Fast die Hälfte aller Internetnutzer akzeptiert laut einer Umfrage der Mailanbieter GMX und Web.de alle Cookies, ohne sich das Banner überhaupt durchzulesen. 43 Prozent sind von den Hinweisen genervt, wie eine Studie des IT-Verbands Bitkom ergab. Und das, obwohl bei einem Seitenbesuch schnell mehr als hundert dieser kleinen Datensätze auf dem eigenen Rechner abgelegt werden.

Sind Cookie-Banner also vor allem eine Zumutung, die das Surfen unbequem machen? Kaum, findet Bitkom-Mitarbeiterin Rebekka Weiß. „Jeder sollte sich damit auseinandersetzen, dass Daten verarbeitet werden.“ Seit 2018 die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, müssen Seitenanbieter Optionen zur Cookie-Nutzung zur Auswahl stellen. Damit man nicht bei jeder neuen Seite mehrere Minuten mit dem Studium der Cookie-Richtlinien verbringt, sollte man einige grundlegende Fragen beantworten.

Cookies einfach akzeptieren? Wie wichtig ist mir Datenschutz?

Eine Option ist, generell alle Cookies zu akzeptieren. Und zwar dann, „wenn man einmal akzeptiert habe, dass kostenfreie Dienste monetarisiert werden müssen“ - und kein Problem damit habe, dass dafür die eigenen Daten verwendet werden, sagt Weiß. Dann müssen Nutzer nur die Schaltfläche auf der „Zustimmen“ oder „Alle akzeptieren“ anklicken. Will man das nicht, geht es weiter zur nächsten Frage.

Wie bequem will ich surfen? Und wie sehr stören Cookies dabei?

Wer zwar Datenschutz, aber wenig Aufwand betreiben möchte, braucht meist nur zwei Klicks. Neben dem „Zustimmen“-Button gibt es eine Option namens „Einstellungen“ oder „Anpassen“. Achtung: Häufig ist diese unscheinbar grau, während die Schaltfläche zur Zustimmung farbig hinterlegt ist.

Hat man den richtigen Button gefunden, verbirgt sich dahinter eine Auflistung aller Cookies, die der Seitenanbieter setzen möchte. Auch hier ist „Alles akzeptieren“ meist farblich hervorgehoben, es gibt aber Alternativen wie „Speichern und beenden“ oder „Meine Auswahl speichern“. Damit werden nur technisch notwendige Cookies gesetzt und solche, die für den Seitenanbieter unter „berechtigtes Interesse“ fallen. Wer sich hier nicht sicher ist, macht mit dem nächsten Schritt weiter.

Welche Cookie-Zwecke möchte ich unterstützen?

Es gibt grob drei Kategorien. Technische Cookies sind für die Funktionalität der Webseite notwendig. Sie merken sich etwa, welche Artikel beim Online-Shopping in den Warenkorb gelegt wurden. Analytische Cookies messen das Surfverhalten, Marketing-Cookies sorgen unter anderem dafür, dass auf den Nutzer zugeschnittene Werbung angezeigt wird.

„Soweit das möglich ist, sollte man alles abwählen, was nicht technisch notwendig ist“, sagt Klaus Palenberg von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Am problematischsten seien Cookies, die detaillierte Nutzerprofile erstellen. Gerade bei Cookies von Drittanbietern sollte man skeptisch sein. Das Problem: Oft ist kaum ersichtlich, welche Cookies gesetzt werden, erklärt Holger Bleich, Redakteur beim Technikmagazin „c't“. Wenn im Cookie-Banner etwa nur Firmennamen aufgelistet sind, könne man allenfalls raten, welche Art von Cookie dahintersteckt.

Genauer lohnt sich ein Blick auf den Reiter „Berechtigtes Interesse“. Drittanbieter-Cookies dürfen darunter nicht gelistet sein, erklärt Bleich. Ansonsten werde der Begriff aber oft „sehr sehr weit ausgelegt“. Ist man sich über die Ziele eines Anbieters nicht sicher, sollte man alle Cookie-Optionen einzeln durchgehen.

Wie technikaffin bin ich?

Für wen Add-ons und Browsereinstellungen keine Fremdwörter sind, der kann bereits vor dem Surfen eine ganze Menge regeln. Wer im Browser etwa das Speichern von Drittanbieter-Cookies verbietet, muss sich darum bei der Bearbeitung von Cookie-Bannern keine Gedanken mehr machen. Auch gegen Tracking-Cookies kann man so bis zu einem gewissen Grad vorgehen. Die weitere Möglichkeit ist, Cookies in bestimmten Intervallen zu löschen. Dann ploppen beim erneuten Aufrufen der Seite allerdings auch alle Banner wieder auf.