Nyon - Die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie sorgt für zunehmende Spekulationen um eine mögliche Verschiebung der Fußball-EM um ein Jahr in den Sommer 2021. Wie mehrere internationale Medien am Dienstag berichten, wachse der Druck auf UEFA-Chef Aleksander Ceferin. Hintergrund ist die Sorge nationaler Verbände und Ligen, dass sie ihre Meisterschaftswettbewerbe nicht wie geplant bis Mitte Mai beenden können. Die UEFA äußerte sich auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zum Thema bislang nicht.

In Italien und der Schweiz ruht der Ligen-Betrieb bis Anfang April. In mehreren anderen Ländern wie Spanien, Polen, Österreich und Frankreich finden alle Spiele der höchsten Ligen vorerst nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch in der Bundesliga kommt es bei den Partien Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln und Borussia Dortmund gegen Schalke 04 sowie Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen zu ersten Geisterspielen.

Die 51 EM-Spiele sind für den 12. Juni bis 12. Juli in zwölf Ländern geplant. Je vier davon in Gruppenphase und Viertelfinale in Rom und München. Weitere Spielorte sind Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London, wo unter anderem auch beide Halbfinals und das Endspiel angesetzt sind.

„Sie wissen nicht, wie viele Sorgen wir haben, Sicherheit, politische Stabilität, Virus. Wir kümmern uns darum, und wir sind zuversichtlich, dass wir damit umgehen können“, hatte Ceferin vergangene Woche nach dem UEFA-Kongress in Amsterdam gesagt. Generalsekretär Theodore Theodoridis sprach von „verschiedenen Szenarien“, vermied aber Aussagen zu einem möglichen Turnier-Ausfall in diesem Sommer.

Durch eine Verlegung des Turniers in den Sommer 2021 würden andere Fußball-Wettbewerbe tangiert werden. Das Finale der Nations League (2. bis 6. Juni) könnte entgegen Medienberichten noch vor einer EM stattfinden. Allerdings würde das Kontinentalturnier mit der erstmals geplanten FIFA-Club-WM mit 24 Teams in China kollidieren. (dpa)