Felix Sturm, Ex-Weltmeister im Mittelgewicht, mit seinen Anwälten Nils Kröber (r.) und Andreas von Dahlen (l.) auf dem Weg zum Landgericht Köln. Foto: imago images/Future Image 

Dieser Hieb vom Richter schmerzt mehr als seine einzige K.o.-Niederlage bei 49 Kämpfen im Boxring: Das Landgericht Köln verdonnerte Ex-Weltmeister Felix Sturm (41) zu drei Jahren Haft. Wegen Steuerhinterziehung, Doping und Körperverletzung!

Von ursprünglich 5,8 Mio. Euro Steuerschulden blieb beim Urteilsspruch eine Million übrig, acht Monate U-Haft werden angerechnet, zudem winkt offener Vollzug. Das ist das eine. Sturm wurde aber auch als erster deutscher Spitzensportler seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes 2015 von einem ordentlichen Gericht wegen Dopings für schuldig befunden.

Im Februar 2016 war Sturm nach dem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow positiv auf eine anabole Substanz getestet worden.  Richter Marc Hoffmann ist in der 65-minütigen Urteilsbegründung knallhart: Sturm habe in der Vorbereitung „bewusst“ und „planmäßig“ eine Stanozolol-Kur gemacht, so im Kampf auf „eine erhöhte Schlag- und Schnellkraft“ gehofft. Hoffmann: „Beim Boxen gibt es zwar immer Körperverletzung. Doch mit der Anwendung des Dopingmittels wurde die Abmachung, die Sturm mit Tschudinow traf, ignoriert. Also haben wir keine Einwilligung von Tschudinow mehr, es liegt eine Körperverletzung vor.“

Manipulationsvorwürfe nie ausgeräumt

Das Problem: Sturms Vorwürfe, die Dopingprobe sei manipuliert worden, wurden nie ausgeräumt, der Weltverband WBA stellte das Verfahren ein, auch national wurde Felix nie gesperrt. Thomas Pütz, Boss des Bundes Deutscher Berufsboxer: „Die Strafe wegen Steuerhinterziehung ist nachvollziehbar. Aber das Dopingurteil geht gar nicht. Ich bin schockiert.“

Sturm-Anwalt Nils Kröber formuliert es feiner: „Wir sind jedenfalls nicht glücklich mit der Doping-Entscheidung.“ Sein Manager Roland Bebak prophezeit: „Das mit dem Doping wird Felix nicht akzeptieren, dagegen würde er auch in Berufung gehen.“