Im Ungleichgewicht: Marco Huck (l.) besiegt „Ostseehammer“ Lewandowski.  Foto: dpa

Nach dem Box-Leckerbissen am Freitagabend in den Havelstudios, wo sich die Berliner Jack Culcay und Abass Baraou ein hochklassiges Duell mit einem knappen Sieg für „Golden Jack“ geliefert hatten, fiel die mangelnde Klasse des Kampfes am Sonnabend in Braunlage im Harz doppelt ins Gewicht. Wortwörtlich. Denn Dennis Lewandowski, der Mann, den sich Marco Huck bei seinem Schwergewichts-Comeback ausgesucht hatte, walzte mit 152 Kilo in den Ring.

Sechs Wochen Vorbereitungszeit hatten Lewandowski, der seinen Spitzenamen „Ostseehammer“ auf den rechten Oberarm tätowiert hat, immerhin gereicht, um sich in dem Zehn-Runden-Kampf bis zum Ende hinter seiner Doppeldeckung zu verschanzen. Huck gelang der angekündigte K.o. nicht, auch wenn es beim Postboten aus Greifswald mehr als dreimal klingelte.

Sechs Wochen Vorbereitungszeit reichten dem Ostseehammer allerdings nicht, um selbst Akzente in dem Kampf zu setzen. Außer Klammern und Schieben kam nicht viel von dem 26-Jährigen, der im 18. Profikampf seine fünfte Niederlage einstecken musste.

Was dieser Fight, bei dem die Ringrichter (100:90, 100:90, 100:90) jede Runde für Huck werteten, für den 35 Jahre alten Berliner, der nach 15 Monaten sein Comeback geben hatte, gebracht hat? Den 42. Sieg im 49. Profikampf. Ein bisschen Bewegung. Ein bisschen Aufmerksamkeit. Und hoffentlich die Einsicht, dass Rummelboxen der Sportart, die sich am Tag zuvor gerade erst von ihrer ästhetischen, athletischen und faszinierenden Seite gezeigt hatte, mehr schadet als weiterhilft.