Die eisernen Helden von einst – Olaf Zimmermann, Steffen Enge, Frank Placzek und Olaf Seier (v. r.) – bejubeln einen Treffer der Köpenicker. Imago/Contrast

Die Rückkehr der Oberliga, oder einer Oberliga light, während der Spielpause durch die WM (14. November bis 20 Januar) wird weiter diskutiert. Doch die von Halles Präsident Jens Rauschenbach im MDR-Podcast „Badkurvenversteher“ angestoßene Debatte, erfährt mehr und mehr Ablehnung. Egal wie charmant der Gedanke von einem Wettbewerb zwischen ostdeutschen Traditionsmannschaften zunächst erscheinen mag. 

Doch nicht alle finden diese Duelle so interessant. Die Sehnsucht der Kleinen nach dem großen Fußball (vergangener Tage) ist nachvollziehbar. Doch wer oben auf der Suppe mitschwimmt, für den ist dieser Gedanke eher fade Kost.

In Köpenick beispielsweise ist man zu großen Teilen heilfroh, dass man eben diesen Kicks mit Lokalkolorit seit einigen Jahren mehr oder weniger aus dem Weg gegangen ist. Eine Partie gegen den BFC Dynamo beispielsweise ist das Letzte, was man dort will. Weder in Pflicht – noch in Freundschaftsspielen.

DDR-Oberliga: 1. FC Union interessieren die alten Rivalen nicht

Da richtet man bei den Eisernen sein Augenmerk schon eher auf internationale Begegnungen, wenn man seinem Personal nicht noch ein wenig Erholung gönnen möchte. Bayern und Dortmund wecken das Interesse der Eisernen, nicht aber Cottbus, Chemnitz oder Lok Leipzig.

Doch ohne solche Zugpferde würde das Turnier an Strahlkraft verlieren. Und ein Wettbewerb zwischen den Taditionsklubs dieser Klubs hätte keine Massenwirksamkeit. Da müssten wirklich schon die aktuellen ersten Mannschaften ran, wenn es Zuschauer locken soll.

DDR-Oberliga: Polizei wäre bestimmt nicht begeistert

Dieses von Rauschenbach angedachte Turnierformat löst aber noch bei einer dritten Partei nicht zwingend Begeisterungsstürme aus. Denn wo für manche Fans ein Turnier mit einstigen DDR-Traditionsklubs ein Träumchen sein könnte, wäre es für die Herren Ordnungshüter eher ein Albtraum. Schon jetzt gibt es in den höheren Amateurligen mehr Hochsicherheitsspiele, als der Polizei lieb ist.

Mögliche Krawalle als negative Begleiterscheinungen dieses Turniers würden keinem weiterhelfen. Die ursprünglich gute – oder muss man eher sagen: gut gemeinte? – Idee sogar in ihr Gegenteil verkehren.

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