Au Backe! Ferrari-Star Charles Leclerc wurde in Italien von Fans seine Rolex-Luxusuhr im Wert von 310.000 Euro geklaut. AFP

Manchen Fans ist nichts mehr heilig. In Fußballstadien betteln sie mit Plakaten um die Trikots ihrer Lieblinge, in Italien bestahlen sie nun sogar ihren Heilsbringer. Ferrari-Jungstar Charles Leclerc (24) wurde im toskanischen Badeort Viareggio seine 310.000-Euro-Rolex vom Arm geklaut, als er bereitwillig Autogramme schrieb. Das konnte auch sein Fitnesstrainer Andrea Ferrari nicht verhindern. Doppelt peinlich, ist doch Leclerc hochbezahlter Markenbotschafter der französischen Rolex-Konkurrenz Richard Mille.

Was für ein Sakrileg ausgerechnet vor der Rückkehr nach Imola, wo am Sonntag (15 Uhr, RTL und Sky) der erste Große Preis der Emilia-Romagna vor vollem Haus steigen wird. 100.000 Zuschauer werden auch schon Samstag erwartet, denn da steigt das erste Sprint-Rennen der Saison, dessen Sieger acht Punkte und die Pole-Position für den Grand Prix bekommt.

Ferrari und Leclerc Formel-1-Favorit

Leclerc kommt nach zwei Siegen aus drei Rennen (Bahrain, Melbourne) mit 71 Punkten als souveräner Spitzenreiter nach Imola. Zweiter ist überraschend Mercedes-Youngster George Russell (24) mit 37 Punkten, Weltmeister Max Verstappen (34) ist nach zwei Ausfällen seines Red Bull nur Sechster (25 Pkt.) hinter Rekordweltmeister Lewis Hamilton (37/28 Pkt.).

Und „Prinz Charles“ hat mit seiner Roten Göttin F1-75 auch beste Chancen, seine WM-Führung im Autodromo Enzo e Dino Ferrari weiter auszubauen. „Der Ferrari ist bei jeder Temperatur, auf jeder Strecke, mit jedem Reifentyp gut“, zollte Red-Bull-Sportchef Helmut Marko (78) zuletzt in Australien Respekt. „Sie sind die neue Messlatte. Insbesondere Leclerc, der noch mal auf einem höheren Level fährt als Carlos Sainz.“

Red Bull kündigt Update für Verstappen an

Der Österreicher ärgerte sich über die Motordefekte, die laut Honda nichts miteinander zu tun hätten. In Bahrain streikte die Benzinzufuhr, in Melbourne platzte eine Benzinleitung. Dr. Marko: „Laut Aussage von Honda können wir damit rechnen, dass bis Imola das wahrscheinlich behoben ist.“

Aber auch am Chassis, das immer noch 40 Kilo zu viel Gewicht auf die Waage bringt, werde gearbeitet: „Da haben wir eine Reserve von drei bis vier Zehntel.“ Er kündigt auch ein Aero-Update an: „Wir haben entschieden, wir gehen auf Angriff, auf Risiko.“

Leclerc und Ferrari hoffen auf Italien-Sieg

Das verspricht ein heißes Rennen in Imola – auf der legendären Strecke, wo am 1. Mai 1994 Ayrton Senna (34) in der Tamburello-Kurve tödlich verunglückte und Michael Schumacher (53) 2003 nach dem Tod seiner Mutter Elisabeth (55) im Ferrari siegte.

Den damaligen Großen Preis von San Marino gewann er auch in seiner letzten Ferrari-Saison 2006. Danach blieb die Formel 1 der Emilia-Romagna 14 Jahre lang fern, ehe sie 2020 zurückkehrte. Damals gewann Hamilton, im Vorjahr Verstappen. Doch am Sonntag will Leclerc endlich wieder für Ferrari siegen – ohne neue Rolex am Arm. Denn: Schmuck zu tragen, ist den Fahrern ohnehin verboten.

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