So stellt sich der Designer den Formel-1-Porsche vor. Foto: F1_Concept_Porsche_Sean-Bull

Jetzt ist der Formel-1-Einstieg von VW endgültig fix. Vorstandschef Herbert Diess (63) bestätigte in Wolfsburg, dass mit der Einführung der neuen Motorgeneration 2026 Audi und Porsche den Kampf gegen Ferrari und Mercedes aufnehmen werden: „Aufgrund der steigenden Popularität der Formel 1 steigen beide Marken in die Formel 1 ein.“

Das Porsche-Comeback nach dann 35 Jahren Pause ist als Technologiepartner bei Red Bull fix. Audi verhandelt nach der trotz eines 650-Millionen-Angebots geplatzten Übernahme von McLaren nun mit den Besitzern von Alfa Romeo und Aston Martin. Diess bestätigt: „Bei Porsche sind die Pläne schon ziemlich weit fortgeschritten, bei Audi noch nicht ganz so weit.“

Foto: F1_Concept_Audi_Sean-Bull
So stellt sich der Designer den Formel-1-Audi vor.

VW hofft auf mehr Absatz in China und den USA

Ein Knackpunkt der monatelangen Verhandlungen war das Mercedes-Beharren auf dem teuren Generator MGU-H, der durch die Abgase des Turboladers Energie gewinnt. Den wird es ab 2026 nicht mehr geben, dafür wird der Anteil der kinetischen Energierückgewinnung (MGU-K) von heute 160 auf über 500 PS erhöht. Der Motor bleibt ein 1,6-Liter-V6-Turbo, der nicht mehr auf über 800 PS hochgezüchtet werden muss und bei rund 500 PS Leistung dadurch langlebiger wird.

„Die neuen Motoren laufen auf den Prüfständen“, bestätigt Diess, der durch erhoffte Erfolge natürlich mehr Autos in den wichtigsten Absatzmärkten verkaufen will. „Bis 2026 wird die Formel 1 ein noch größeres Motorsport-Spektakel sein als heute, auch in China und den USA. Die Formel 1 wird die populärste Marketing-Plattform für Premium-Fahrzeuge sein.“

Formel 1: Netflix-Serie als Steigbügelhalter

Für Diess eine Folge der auch bei Normalo-Zuschauern beliebten Netflix-Serie „Drive to Survive“. Er sagt: „Wenn schon Motorsport, dann sollte es die Formel 1 sein. Hier ist der Werbe-Effekt am kraftvollsten.“

Auch der dann vorgeschriebene synthetische Kraftstoff ist ein gutes Argument für Diess: „Die Formel 1 wird CO²-neutral, indem sie künstliche Kraftstoffe nutzen wird. Sie ist viel aufregender, spaßiger, mehr Rennsport und ein besserer Technik-Wettkampf als die Formel E, die in Stadtzentren ein paar Runden im Spielmodus dreht.“

Und vor dem Hintergrund von Schließungen unrentabler Werke und harten Tarifverhandlungen auch nicht zu verachten: die Formel 1 hat sich durch den Kostendeckel (125 Millionen Euro) vom Millionen-Grab zum Profitcenter gemausert.

VW in der Formel 1: Eine Legende wird ad acta gelegt

Mit dem Bekenntnis wird die längste Fahrerlager-Legende ac acta gelegt. Denn VW war schon zweimal so gut wie drin: Während der Boom-Jahre von Michael Schumacher (53) verhinderte der damalige Konzernpech Ferdinand Piëch (82) ihn kurz vor dem Abschluss, weil ihm F1-Zampano Bernie Ecclestone (91) unsympathisch war und „Mr. € “ das teure Wettrüsten nicht stoppen wollte. Und 2008 schossen sich die VW-Ingenieure mit ihren Tricksereien im Abgasskandal selbst ins Knie. Audi und Porsche mussten sich mit Formel E, DTM und Dakar die Zeit bis zum Zeitpunkt X vertreiben. Der ist nun gekommen.

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