Kylie McKenzie verklagt den US-Tennisverband, wirft ihrem Ex-Coach Anibal Aranda vor, sie sexuell missbraucht zu haben. Foto: imago/Instagram/kylieemck

Sie galt einst als eines der vielversprechendsten Talente im US-Tennis. Doch nun erschüttert ihre Geschichte die Sportwelt. Kylie McKenzie (23) wirft ihrem ehemaligen Coach Anibal Aranda sexuelle Belästigung und Körperverletzung vor. Dabei kommt heraus: Der Trainer gilt als Wiederholungstäter, begrapschte vor Jahren bereits eine Angestellte – und kommt dennoch mit einer milden Strafe davon.

Dass es sich McKenzie alles andere als leicht gemacht hatte, sah man ihr an. Den Tränen nahe trat sie zusammen mit ihrem Anwalt Robert Allard vor die Presse – und ließ die Tenniswelt die Luft anhalten.

Denn die Vorwürfe haben es in sich: Ihr Anwalt bezichtigt den US-Tennisverband (USTA), gewusst zu haben, dass Aranda eine Vorgeschichte von Übergriffen hatte, bevor er seiner Mandantin als Trainer zugewiesen wurde.

Tennistrainer begrapscht Spielerinnen

Denn als die Belästigung von McKenzie ans Licht kam, behauptete eine andere Frau, dass Aranda sie 2015 in einem Nachtclub in New York City sexuell missbraucht hatte, dass sie aber niemandem von dem Vorfall erzählt habe.

Nun soll er auch McKenzie an ihren primären Geschlechtsmerkmalen betatscht haben. Der Vorfall soll während des Trainings und bereits 2019 vorgefallen sein. Anwalt Allard: „Aranda begrapschte und berührte Kylie praktisch am ganzen Körper unter dem Deckmantel neuartiger und einzigartiger Coaching-Techniken, die er in Südamerika entwickelt hatte.“

Anibal Aranda bestreitet die Vorwürfe

McKenzie wirft dem Tennisverband vor, sich nicht ausreichend geschützt zu haben: „Ich bin mit dem USTA-System aufgewachsen und habe ihm vertraut. Ich hatte gehofft, dass sie diese Sache ernster nehmen würden, aber ich habe mich geirrt.“

Für SafeSport, eine Organisation, die Vorwürfe von sexuellem und körperlichem Missbrauch im Sport untersucht, ist die Sache klar: Aranda wurde bereits für zwei Jahre vom Trainer-Dasein suspendiert, ist nach seiner Sperre zwei weitere Jahre auf Bewährung.

Während viele die Strafe als zu milde ansehen und den Trainer am liebsten für immer seine Lizenz entziehen würden, bestreitet Aranda die Vorwürfe gegenüber der New York Times. Seine Version: McKenzie habe sich die Geschichte ausgedacht, weil man ihr gesagt habe, die USTA wolle sie nicht mehr fördern und unterstützen.

Kylie McKenzie leidet unter Panikattacken

Die USTA weist die Vorwürfe zurück, von Arandas Fehlverhalten, von früheren Belästigungen oder unangemessenem Verhalten gewusst zu haben. Vielmehr habe man sofort nach McKenzies Vorwürfen reagiert, den Coach suspendiert und ihr Unterstützung angeboten.

Das sieht McKenzie anders. Man habe ihr Medikamente verschrieben, in der Sache sie aber nicht unterstützt. Auch deswegen leide sie seitdem unter Panikattacken, Angstzuständen und Depressionen.

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