Brasiliens Mittelblocker Lucas Saatkamp trägt auch während der Spiele eine Schutzmaske. AP/Frank Augstein

Die Olympischen Spiele in Tokio laufen trotz der Corona-Pandemie auf Hochtouren. Doch trotz strenger Regeln gab es in den Tagen der Spiele schon einige Fälle, in denen Sportler wegen einer Corona-Infektion nicht an den Wettbewerben teilnehmen konnten. So musste Simon Geschke auf seine Teilnahme am Straßenrennen verzichten. Kein Wunder, dass die allermeisten Sportler, sobald sie ihren Wettkampf beendet haben, sofort die FFP2-Maske überziehen. Doch einer trägt sie sogar im Wettkampf: Der brasilianische Volleyballer Lucas Saatkamp.

Nicht alle Brasilianer sind wie Jair Bolsonaro

Es mag etwas seltsam anmuten, dass mit Lucas Saatkamp ausgerechnet ein Brasilianer sich am strengsten an die Corona-Richtlinien zu halten scheint. Schließlich ist die Corona-Politik in dem südamerikanischen Staat eher locker, was vor allem daran liegt, dass der rechtspopulistische Staatspräsident Jair Bolsonaro die Gefahr des Virus immer wieder herunterspielt. Doch er steht eben längst nicht für alle Brasilianer. Das beweisen zahlreiche Bürgermeister die entgegen der Politik ihres Staatschefs durchaus Regeln zur Eindämmung des Virus erließen – oder eben an Lucas Saatkamp.

Der 34 Jahre alte Mittelblocker, der seit 15 Jahren für die brasilianische Volleyball-Nationalmannschaft spielt und mit ihr 2010 Weltmeister und 2016 in Rio Olympiasieger wurde, trägt die Maske schon seit dem vergangenen Herbst und zwar aus tiefster Überzeugung. 

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Lucas Saatkamp leugnet das Virus oder seine Gefahren nicht. Er nimmt sie ernst. Auch, weil er einen Sohn hat, der unter Lungenproblemen leidet. Um das Risiko für sein Kind zu minimieren und trotzdem seinem Beruf nachgehen zu können, trägt der Athlet in jedem Trainign und in jedem Wettkampf eine Maske, damit er sich nicht mit dem Coronavirus ansteckt und so eine Gefahr für sein Kind wird. 

Ein echter Held – auch, wenn es mit der Olympia-Titelverteidigung nicht klappen sollte.