Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel hat seinen Helm für den Ungarn-GP mit der Regenbogenfahne lackieren lassen.  Imago

Sie sind beide Mehrfach-Weltmeister, kämpfen neben der Strecke für eine bessere Welt und mussten zuletzt einen Shitstorm im Internet über sich ergehen lassen: Lewis Hamilton (36) wurde nach seinem Silverstone-Foul gegen WM-Rivale Max Verstappen (23) rassistisch beleidigt und Sebastian Vettel (34) für sein Bekenntnis zu den Grünen als Heuchler kritisiert. Doch beide stehen zu ihren Werten.

Vettel und Hamilton lassen sich von den Kritikern nicht mundtot machen – im Gegenteil! Beide setzen vor dem Ungarn-GP (Sonntag, 15 Uhr, Sky) Zeichen für mehr Gleichberechtigung: Regenbogen-Protest gegen die homophobe Politik von Ungarns Präsident Viktor Orban (58).

Sebastian Vettel kritisiert Ungarn Viktor Orban 

zVg
Auch auf seinen Schuhen zeigt Sebastian Vettel Flagge, um gegen die Missstände in Ungarn zu protestieren. 

Vettel kam in weißen Chucks-Schuhen mit Regenbogen an den Hungaroring, Hamilton mit weißer Missoni-Jacke mit Regenbogen-Farben – beides als Solidaritätsbekundung mit der LGBTIQ-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexual & Queer), die in Ungarn per Gesetz diskriminiert werden soll. Unter anderem will Orban Werbung verboten lassen, in denen Homosexuelle oder Transsexuelle als Normalität erscheinen.

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„Jeder soll die Freiheit haben, das zu tun, was er will. Ich finde es peinlich, wenn ein Land, das Mitglied der Europäischen Union ist, versucht, so ein Gesetz zu beschließen“, kritisiert Vettel die Orban-Politik. Er zieht den Vergleich mit Europas dunkler Geschichte: „Wir hatten doch genug Gelegenheit, aus unserer Vergangenheit zu lernen, und ich kann nicht nachvollziehen, wie man etwas dagegen haben kann, dass jeder die Freiheit hat, sein Leben so zu leben, wie er das möchte, und die Menschen so leben zu lassen. Es ist nicht an uns, Gesetze zu machen. Aber es ist wichtig, für die, die davon betroffen sind, Unterstützung auszudrücken.“

Lewis Hamilton fordert die Menschen in Ungarn auf 

Imago
Lewis Hamilton kam auf dem Motorrad zur Strecke – und in einem weißen mit der Regebogenfahne geschmückten Overall. 

Auch Hamilton kritisiert die Orban-Politik: „Es ist inakzeptabel, feige und irreleitend für die Machthaber, ein solches Gesetz vorzuschlagen. Ich fordere die Menschen in Ungarn auf, beim bevorstehenden Referendum abzustimmen, um die Rechte der LGBTIQ-Gemeinschaft zu schützen.“

Es ist nicht Vettels erstes offenes Bekenntnis gegen diskriminierende Politik. Schon bei den Rennen in der Türkei und Bahrain war er mit einem Regenbogen-Helm gefahren, dessen Aufschriften „No borders, just horizon – only freedom“ (Keine Grenzen, allein Horizonte – nur Freiheit) und „together as one“ (einmütig zusammenstehen) den Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan (67) und Hamad bin Isa Al Chalifa (61) zu denken geben sollten. Dieser Helm brachte bei einer Versteigerung 225.000 Euro für den guten Zweck ein.

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