Sebastian Vettel will beim GP von Portugal in seinem Aston Martin nicht nur schick aussehen ... Foto: imago/Motorsport Images

Um sieben Tausendstel verpasste Lewis Hamilton (36) seine 100. Poleposition. Der WM-Spitzenreiter wurde im Qualifying zum Portugal-GP am Sonntag (16 Uhr, Sky) knapp von Mercedes-Edelhelfer Valtteri Bottas (31) geschlagen. Dritter wurde Red-Bull-Herausforderer Max Verstappen (23).

Der „fliegende Holländer“ hatte nach seinem souveränen Imola-Sieg auf mehr gehofft, wurde aber auf seiner letzten schnellen Runde etwas von Sebastian Vettel (33) behindert. Verstappen war sauer – auf sich und Vettel: „Erst bin ich etwas von der Strecke abgekommen, weshalb mir die Rundenzeit gestrichen wurde. Und dann hatte ich auf meiner letzten Runde zwei Autos vor mir. Das hat nicht geholfen. Es hat keinen großen Spaß gemacht, hier zu fahren.“

Hamilton als Teamplayer

Dank Verstappens Pech konnte  Hamilton seine verpasste Jubiläums-Pole und erste Quali-Niederlage dieser Saison gegen Bottas verschmerzen: „Von mir war es nicht die beste Runde. Aber wir als Team müssen mit der ersten Startreihe vor Max glücklich sein.“

Der im letzten Rennen in Imola in einen Horrorcrash mit Williams-Jungspund George Russell (23) verwickelte Bottas freute sich natürlich: „Die letzte Pole fühlt sich relativ lange her an. Das ist eine tolle Ausgangsposition fürs Rennen.“

Von den Top drei kann Vettel  im Aston Martin nur träumen. Der Vierfach-Weltmeister stagniert seit dem 13. Oktober 2019 (Suzuka) bei 57 Poles. Aber nach zwei Pannen-Rennen mit null Punkten brach er endlich seine Seuchen-Serie und fuhr immerhin auf Rang zehn.
Diesmal war es Teamkollege Lance Stroll (22), der auf Rang 17 strandete.

Auto lässt Vettel rätselt 

Und das, obwohl der Sohn von Teambesitzer Lawrence Stroll (61) als einziger die neue Spezifikation fahren durfte. Vettel beklagte aber keine Benachteiligung, sondern betonte, dies sei schon vor WM-Start so abgesprochen gewesen.

Als Befreiungsschlag wollte Vettel seine Leistung aber noch nicht feiern: „Platz zehn ist gut, aber das ändert nicht die Welt. Mit Sicherheit ist es ein bisschen besser, mal länger dabei zu sein im Qualifying. Die Pace war ganz gut.“ Und was nimmt er sich fürs Rennen vor? Vettel: „Wir fahren in den Punkterrängen los, aber es wird nicht einfach, da zu bleiben.“

Der Grund: Sein Aston Martin AMR21 ist mal gut und mal eine grüne Gurke. Im 3. Training war Vettel sogar langsamer als Mick Schumacher (22), worüber er noch nach dem Qualifying rätselte: „Wir wissen nicht, warum wir so langsam waren.“

Mick vom Wind verweht

Nach diesem Achtungserfolg hatte Mick schon aufs 2. Quali-Drittel geschielt. Doch am Ende landete er wieder nur auf Rang 19. Seine Erklärung: „Ich hatte gehofft, dass ich mit dem zweiten Reifensatz näher rankomme. Aber durch den Wind bin ich ein bisschen zu weit rausgeraten und habe ein paar Zehntel verloren.“ Micks Ziele fürs Rennen: „Ankommen, Zielflagge sehen und versuchen, die Williams und Alfa anzugreifen.“

Immerhin war er zum dritten Mal deutlich schneller als Haas-Kollege Nikita Mazepin (22). Die richtige Antwort auf die Vorwürfe des Russen, der Mick nach dessen Ferrari-Test in Fiorano und Simulator-Training „Privilegien“ unterstellt hatte.

Während sich Mick dagegen nicht öffentlich wehren wollte, verteidigte ihn Haas-Teamchef Günther Steiner (56): „Nikita sitzt ebenfalls im Simulator. Gewiss, du lernst mit jeder Formel-1-Runde dazu, aber mit einem zwei Jahre alten Ferrari in Fiorano anzutreten, das erachte ich jetzt nicht unbedingt als enormen Vorteil.“