Noch fährt Sebastian Vettel in Ferrari-Rot, doch das ändert sich in der kommenden Saison. Foto: imago-images/Poolfoto

Sein Name ist Vettel, Sebastian Vettel (33). Und er hat bald wieder die Lizenz zum Siegen. Der von Ferrari zum Saisonende nach sechs Jahren aussortierte Vierfach-Weltmeister wechselt dann zum neuen Aston-Martin-Werksteam, das als B-Team von Serien-Weltmeister Mercedes die Spitze angreifen will. Im neuen Bond-Auto will sich Vettel an Ferrari rächen.

Agent „00Seppi“ in geheimer Mission: Seinen Wechsel gab Vettel pünktlich vor Ferraris 1000. Rennen in Mugello (Sonntag, 15.10 Uhr, RTL & Sky) bekannt und stahl seinem Noch-Arbeitgeber damit die Show.

„Ich bin erfreut, diese aufregende Nachricht über meine Zukunft endlich zu teilen. Ich bin extrem stolz, dass ich 2021 Aston-Martin-Fahrer werde. Es ist ein neues Abenteuer für mich mit einem wahrhaft legendären Autobauer“, sagte Vettel, der einen Vertrag „bis 2021 und darüber hinaus“ unterschrieb.

Logisch wären drei Jahre, denn nach der Übergangssaison 2021 mit eingefrorenen Regeln kommt 2022 die große Reform mit einem ganz neuen Auto, das Vettel mit entwickeln möchte.

Er lobt das in dieser Saison mit seinen „Pink Panthern“ Ferrari um die Ohren fahrende Racing-Point-Team: „Mich haben die Ergebnisse des Teams beeindruckt, die es in diesem Jahr erreicht hat, und ich glaube, die Zukunft sieht noch rosiger aus.“

Spitze gegen Binotto

Dank des Mega-Investments von Mode-Milliardär Lawrence Stroll (61), der den chronisch klammen britischen Sportwagen-Bauer übernahm und Mercedes-Teamchef Toto Wolff (48) als Investor an Bord holte. Vettel wird das Aushängeschild von Aston Martin und soll Strolls Sohn Lance (22) als Fahrlehrer führen. Dessen aktueller Teamkollege Sergio Perez (22) hatte am Vorabend seinen Abschied von Racing Point bestätigt.

Stroll, der ein guter Freund von Michael Schumacher (51) ist und wie er seit Jahren am Genfer See lebt, überzeugte Vettel bei zwei Treffen in seinem Chalet in Gstaad. Vettel schwärmt: „Die Energie und die Hingabe von Lawrence für den Sport ist inspirierend, und ich glaube, wir können zusammen etwas sehr Besonderes aufbauen. Ich trage noch so viel Liebe für die Formel 1 in mir, und meine einzige Motivation ist es, an der Spitze des Feldes zu fahren. Das mit Aston Martin anzugehen, wird ein großes Privileg.“

Diese Sätze darf man auch als Spitze gegen Ferraris Erfolglos-Teamchef Mattia Binotto (50) werten. Die Reaktion auf Vettels Wechsel sind durchweg positiv. Sky-Experte Ralf Schumacher (45) sagt: „Wir hatten ja spekuliert, dass Sebastian ganz aufhören könnte, freuen uns aber nun umso mehr, dass er dabeibleibt. Mit Aston Martin und Toto Wolff sowie Papa Stroll in der Hinterhand hat er ein gutes Paket, um noch mal vorne anzugreifen. Ich denke, sein Vertrag ist langfristig, denn Sebastian ist einer, der weiß, was er tut.“