Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel verstehen sich prächtig, wären ein echtes Dream-Team.  Foto: dpa/Paul Chiasson

Sein Name ist Stroll, Lawrence Stroll (61), und er will mit der James-Bond-Marke Aston Martin die Formel 1 aufmischen. Dafür verpflichtete der kanadische Milliardär Sebastian Vettel (33) für das zweite Cockpit neben seinem Sohn Lance Stroll (22). Und dafür rüstet er das in die Jahre gekommene Racing-Point-Werk in Silverstone auf: „Wir bauen hier eine topmoderne Anlage auf. Es wird das modernste Formel-1-Werk, das es gibt.“

Dort, in der alten Fabrik von Eddie Jordan (72), wird am Mittwoch der erste Formel-1-Aston-Martin seit 60 Jahren enthüllt. Er wird AMR21 heißen und in British Racing Green lackiert sein – mit pinken Akzenten für Ösi-Wasser-Sponsor BWT.

Größenwahn? Business-Plan!

Mit dem auf dem letztjährigen Weltmeister-Mercedes W11 aufbauenden Boliden will Stroll Ferrari schlagen und Red Bull ärgern. Doch für die Saison 2022 mit der Regel-Reform denkt er in noch größeren Dimensionen – und zwar an eine Verpflichtung von Lewis Hamilton (36). „Lewis im Auto zu haben, wäre verlockend. Ich bin mir sicher, jeder würde ja sagen, weil er ein siebenmaliger Weltmeister ist.“

Was sich nach Größenwahn anhört, ist für Selfmade-Milliardär Stroll nur ein Business-Plan. Der Rekordweltmeister hat bei Mercedes nur für die am 28. März beginnende Saison unterschrieben, um für die kommenden Jahre unter dem neuen Kostendeckel (133 Millionen Euro Teambudget, Fahrergehälter ausgenommen) und mit möglicherweise veränderter Hackordnung flexibel zu sein.

WM-Titel realistisch

Stroll glaubt, Hamilton 2022 ein siegfähiges Auto bieten zu können: „Dieses Team hat früher schon mit geringeren Ressourcen weit über seiner Gewichtsklasse geboxt. Ich glaube wirklich: Mit der gleichen Menge an Personal und mit dem gleichen Budget gibt es keinen Grund, weshalb wir nicht um WM-Titel kämpfen sollten. Ich halte das für sehr realistisch.“

Aber sollte er Hamilton, der in seiner Karriere nur für Mercedes gefahren ist, tatsächlich mit einem Multi-Millionen-Vertrag vom deutsch-englischen Silberpfeil in den britischen Bond-Mercedes locken können – wer müsste dann Platz machen: sein Sohn Lance oder Vettel?

Drei sind einer zu viel

Soweit will Stroll noch nicht denken, er versucht erstmal beide zu motivieren. „Was Seb mitbringt, ist diese Denkweise, die Methodik, die Arbeitsmoral und die Planung, um Weltmeister zu werden, und das ist von unschätzbarem Wert“, lobt er Vettel, dem er trotz dessen schlechten letzten Ferraris-Jahres Siege zutraut: „Man wird nicht viermaliger Weltmeister und vergisst dann, wie man fährt. Es gab Faktoren, die ihn im vergangenen Jahr belastet haben, aber ich habe keine Bedenken, dass er so schnell wie immer sein wird.“

Aber auch von seinem Sohn schwärmt er: „Ich denke, er ist enorm talentiert. Ich habe keinen Zweifel daran: Er hat demonstriert, dass er Weltmeister-Blut in sich trägt.“ Doch drei Weltmeister sind einer zu viel.