Max Verstappen jubelt über die Poleposition in Abu Dhabi. Foto: AP/Kamran Jebreili

Auch sein letztes Ferrari-Rennen dürfte für Sebastian Vettel (33) enttäuschend enden. Im Qualifying zum WM-Finale in Abu Dhabi (Sonntag, 14.10 Uhr, RTL & Sky) strandete der aussortierte Altmeister auf dem 13. Startplatz. Seine Hoffnung, es noch einmal unter die Top Ten zu schaffen, war in der Fehlkonstruktion SF1000 vergebens.

Vettels saurer Abschied von seiner Roten Gurke passt zur Seuchensaison. In Abwesenheit von Teamchef Mattia Binotto (51), der wegen einer Herpes-Erkrankung abreisen musste, quälte sich Vettel unter seinem Glitzerhelm, um noch ein paar Zehntel aus seiner Kiste rauszuquetschen.

Sieben Zehntel langsamer als Leclerc

Doch er war satte sieben Zehntel langsamer als Teamkollege Charles Leclerc (23), der es problemlos in die Top Ten schaffte. „Ich bin soweit zufrieden mit meinen Runden. Ich habe alles gegeben, was ich konnte, aber mehr war nicht im Auto drin“, haderte Vettel. Und weshalb war Leclerc wieder so viel schneller? Er zuckte mit den Schultern: „Ich weiß es nicht. Er ist überall schneller. Wenn ich es versuche, klappt es nicht.“

Leclerc erhielt für den Start-Crash mit Max Verstappen (23) in Bahrain aber noch eine Strafversetzung um zwei Plätze. Seine Geste, mit einem Helm im weißen Vettel-Design und dem Schriftzug „Danke Seb“ zu fahren, kam bei Vettel gut an: „Ich weiß es zu schätzen, dass er mir seinen Helm gewidmet hat.“

Wirklich vermissen wird er den Monegassen, der ihn auch im zweiten Ferrari-Jahr deutlich schlug (13:4 in der Quali, 98:33 bei den Punkten), aber nicht. Andere im Team schon: „Für die Mechaniker, die Jungs in der Garage, die Ingenieure will ich noch einmal ein gutes Rennen fahren. Sie habe ich ins Herz geschlossen. Am Sonntagabend wird es bestimmt emotional.“

Binotto, der ihn im Frühjahr nach vorheriger Wertschätzung eiskalt abservierte, werde er dabei nicht vermissen. „Wir respektieren uns, aber zwischen uns ist nie diese Art von Liebe entstanden, die als Fundament dient“, gesteht Vettel. „Er ist ein pragmatischer Mensch. Die Zeit wird zeigen, wie sich das von ihm geführte Ferrari-Team in Zukunft schlägt.“

Dann sitzt er selbst im Aston Martin und will sich im James-Bond-Auto an Ferrari rächen. Seine Ziele seien groß: „Es wird eine spannende Reise, auf der wir versuchen werden, an die Spitze zu gelangen.“

Dort wird er wieder auf die Silberpfeile treffen, die aber im letzten Qualifying des Jahres von Red-Bull-Heißdüse Verstappen geschlagen wurden. Der „fliegende Holländer“ raste auf die erste Poleposition des Jahres und brach die seit 2013 andauernde Mercedes-Pole-Serie in Abu Dhabi.

Valtteri Bottas (31) startet von Rang zwei, Weltmeister Lewis Hamilton (35) musste sich nach auskurierter Covid-19-Infektion mit dem dritten Startplatz zufriedengeben. Doch auch von hier hat er immer noch die Chance auf seinen 96. GP-Sieg.