Die Paarläufer Minerva Hase und Nolan Seegert stehen tief enttäuscht auf dem Eis von Peking bei Olympia. Jetzt trennen sich die Paarläufer. Foto: AP/Sergei Grits

Minerva-Fabienne Hase hat die Scheidung eingereicht! Aber nicht bei Alba-Star Jonas Mattiseck. Die Scheidung der 23 Jahre alten Eiskunstläuferin bezieht sich nicht auf ihre Beziehung zum dreimaligen Deutschen Meister der Korbjäger. Minerva sagt nach acht Jahren danke zu ihrem Paarlauf–Partner Nolan Seegert (29).

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„Ich will noch einmal einen Neustart mit einem neuen Partner versuchen“, begründet die Eiskunstläuferin, warum sie Nolan sitzen lässt. Der Student auf Lehramt ist enttäuscht, gibt ehrlich zu: „Ich hätte mit Minerva gern noch ein, zwei Jahre weitergemacht. Als Fünfte der WM und EM sowie als Deutscher Meister wären wir sicher in der kommenden Saison ganz dicht an einer Medaille gewesen, zumal die Leistungsdichte bei den Paarläufern noch nie so ausgeglichen war wie in diesen Zeiten.“

Wir hätten um eine WM-Medaille laufen können

Wie Recht Nolan hat, zeigt das Ergebnis der WM von Montpellier im März. Das Berliner Duo lag mit 189,61 (persönlicher Rekord) nur 7,71 Punkte hinter den kanadischen Bronze-Gewinnern Karina Safina/Luko Berulavce. „Ich werde nächste Woche 30. Mit einer neuen Partnerin will ich nicht mehr beginnen. Bei einer ausländischen Partnerin türmen sich einfach zu hohe bürokratische Hürden auf“, hört es sich eher nach einer Konzentration auf das Lehramt-Studium bei Nolan an.

„Wir wollen auch unsere jungen Paare Sonja und Robert Löwenherz sowie Sofia Krause/Albert Loor nicht auseinanderreißen. Beide Paare befinden sich auf einem guten Weg“, sagt mit Alexander König (55) einer der seit Jahrzehnten in die Tiefen der Erkenntnisse im Paarlauf eingedrungen ist. Zunächst lief König mit Peggy Schwarz zu EM-Bronze. Als Trainer führte er zahlreiche Paare auf die Siegertreppchen verschiedener Meisterschaften. 2018 ließ der Berliner   die Oberstdorfer Aljona Savchenko/Bruno Massot im Olympiagold glänzen.

Partner für Minerva? Es gibt keine!

Seine Stelle als Bundestrainer wurde im Oktober vorigen Jahres einfach mal so auf die Schnelle gestrichen. Der 55-Jährige arbeitet jetzt als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Deutschen Eisschnelllaufgemeinschaft. Wenn er trotzdem bei Eiskunstlauf-Themen von wir spricht, zeigt das nur, wie tief er nach den vielen Jahren immer noch bei den „Kringeldrehern“ verwurzelt ist.

„Für Minerva Hase sehe ich in Deutschland keinen Läufer, der als Partner für sie in Frage käme“, macht König der Berlinerin nichts vor, lässt dann aber einen Hoffnungsschimmer aufblitzen: „Wenn Minerva zu uns kommt, dann finden wir vielleicht gemeinsam schon einen Partner auf der Welt, der zu ihr passt.“ König kann auch vom Eisschnelllauf-Oval noch an einigen Beziehungsstrippen bei den Eiskunstläufern ziehen.