Felix Sturm (l.) hat seinen Gegner Timo Rost jederzeit komplett im Griff.  Foto: imago images/Torsten Helmke

Comeback nach Maß und jede Menge Spaß! Ex-Weltmeister Felix Sturm (41/Köln) besiegte nach knapp fünfjähriger Ring-Pause den mit zehn Siegen in zwölf Kämpfen angereisten, letztlich aber limitierten Timo Rost (29/Düsseldorf) nach zehn Runden klar nach Punkten (100:90, 99:91, 100:93).

Der Fight im leeren Universum-Gym am Hamburger Fischmarkt macht Appetit auf einen richtigen Kampf. Denn Sturm ist immer noch flink in den Schlägen und technisch sehr variabel. „Es war, wie nach Hause zu kommen“, freute sich Sturm, der seine Profikarriere einst bei Universum begann, und ergänzte: „Ich bin rundum zufrieden. Nur die Hände tun ein bisschen weh.“

 Die jüngste Vergangenheit, auch die acht Monate in U-Haft wegen Steuerhinterziehung und Dopings, hat Sturm für die Rückkehr in den Ring sichtlich genutzt. Noch läuft die Berufung gegen das Urteil von drei Jahren Haft.

So lässig Sturms Rückkehr auf lief, eine Schwäche hat er immer noch: mangelnde Schlagkraft. Dass er Rost trotz drückender Überlegenheit nicht vorzeitig umhauen konnte, haben auch potenzielle Gegner ganz genau registriert.

Denn Sturm will mehr, andere Kaliber als Rost. Zunächst war vom schon früher in Dauerschleife angekündigten Duell mit Ex-Weltmeister Arthur Abraham (40) die Rede. Der Ex-Haudrauf hat inzwischen aber noch weniger Spaß an Trainingsqualen als in seinen besten Tagen. Den ehemaligen „König Arthur“ reizt nur eine richtig fette Börse.

Am liebsten siebenstellig. Aber die Goldgräberzeiten im Boxen sind vorbei. TV-Sender halten sich zurück, Streamingdienste wollen gesicherte Verkaufsschlager. Also scheint jetzt schon klar: Das Duell, das schon früher angeblich alle wollten, wird es auch jetzt nicht geben.

Jürgen Brähmer (42) wäre zu haben. Der Schweriner Ex-Weltmeister steht aber genau wie Sturm in Saft und Training. „Wann, wenn nicht jetzt. Wir sollten den Kampf machen“, juckt Brähmer Sturm schon mal an. „Ein Duell hatten wir ja schon mal. Felix hat noch was gutzumachen.“  Bei den Amateuren gewann Brähmer 1997 das Finale um die deutsche Meisterschaft deutlich ...