Zärtlich küsste Manchester Citys Trainer Pep Guardiola den Meisterpokal. Der achte Triumph in der Premiere League für die Himmelblauen. AP/Martin Rickett

Am Ende fehlte ein Punkt. Ein winziges Zählerchen, um etwas Historisches zu schaffen. Denn noch nie in der Geschichte der Premier League hat ein Tabellenzweiter am letzten Spieltag den Spitzenreiter abgefangen. So auch diesmal. Jürgen Klopp und seinem FC Liverpool langte ein 3:1 gegen die Wolverhampton Wanderers nicht, um Pep Guardiola und Manchester City noch abzufangen. Denn die Skyblues siegten mit 3:2 gegen das von Liverpool-Legende Steven Gerrard trainierte Aston Villa.

Doch die nackten Zahlen geben das ganze Drama, das sich da in der reichsten Liga der Welt abspielte, nicht wirklich wieder. 14 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte City mit 0:2 zurückgelegen. Liverpool  selbst brauchte zu diesem Zeitpunkt nur ein Tor.

Die Titelverteidigung der Citizens  brauchte ein Wunder, nicht Liverpools Last-Minute-Meisterschaft. Doch dann kam Ilkay Gündogan und binnen fünf Minuten und 36 Sekunden drehte Manchester die Partie. Auch weil der deutsche Nationalspieler einen Doppelpack hinlegte.

Liverpool verpasst historisches Quadruple

Drama, Baby, Drama! Nun waren auch die beiden Treffer der Reds in der Schlussphase gegen die Wolves Makulatur. Wie schon 2019 haben die Jungs von der Anfield Road die Spielzeit mit einem Punkt Rückstand auf Man City abgeschlossen und damit die Chance auf das Quadruple mit vier Titeln verpasst. Nach dem Ligapokal und dem FA Cup können die Reds am kommenden Samstag immerhin noch die Champions League gewinnen.

„Der Ausgang ist ja nicht komplett überraschend. Dass wir heute die Liga verloren haben, hat natürlich unseren Drang erhöht, es nächste Woche wettzumachen“, so ein ziemlich gefasster Jürgen Klopp. In Paris geht die Titelhatz am kommenden Sonnabend gegen Real Madrid weiter.

„Was ich im Leben gelernt habe: Wenn man dranbleibt, wenn man weitermacht, dann wird man belohnt“, sagte der 54-Jährige und ergänzte: „Heute keine maximale Belohnung. Aber wir werden sie kriegen. Es geht darum, dass wir weitermachen, und das werden wir tun.“

Jürgen Klopp musste sich mit der Vizemeisterschaft begnügen. Liverpools Coach tat es mit Fassung. Imago/Shutterstock

An der Anfield Road wertet man die Parallelität der Ereignisse zur Spielzeit 2019 als gutes Omen für die Königsklasse. Auch 2019 konnten die Reds dort triumphieren, nachdem sie in der heimischen Liga City ganz knapp den Vortritt lassen mussten.

Pep Guardiola adelt seine Kicker: Legenden!

Den Titel hätte Manchester City auch gerne mal. So musste sich die Elf von Guardiola mit dem achten Meistertitel begnügen. Entsprechend gefeiert wurde er dennoch. „Das Spiel lief wie in Trance ab“, so Matchwinner Gündogan nach dem dramatischen Comeback der Citizens: „Es ging darum, dieses Anschlusstor zu erzielen, dann war das Momentum auf unserer Seite. Das sind die Tage, auf die man zurückblickt.“

„Wir sind Legenden“, jubelte Guardiola, der doch tatsächlich die eine oder andere Träne vergoss. „Man wird sich an uns erinnern. Diese Jungs sind Legenden, das müssen die Leute zugeben. In diesem Klub sind sie unsterblich.“

Lesen Sie hier mehr aus dem Sport>>