Die erste Etappe der Tour de France war für viele Fahrer sehr schmerzhaft. Zahlreiche Stürze auf regennassen Straßen sorgten für Chaos. Foto: AFP

Na das geht ja gut los ... Starkregen, Stürze und ein Sprintspektakel auf der 1. Etappe der 107. Tour de France. Nach 156 km flitzte der Norweger Alexander Kristoff (33) als Erster über den Zielstrich. Die Deutschen um Gesamt-Hoffnung Emanuel Buchmann (27) hielten sich vornehm zurück.

Kristoff, der überraschend die schnellsten Sprinterbeine hatte, jubelte: „Ich habe immer davon geträumt, einmal das Gelbe Trikot zu tragen, mehr geht nicht.“ Bester Deutscher war Tour-Debütant Jonas Koch (27) als 21.

Die Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg hielten sich erwartungsgemäß zurück, kamen aber nicht ungeschoren davon. Frankreich-Hoffnung Thibaut Pinot (30) krachte beim Massensturz im Finale auf den Asphalt, Titelverteidiger Egan Bernal (23) aus Kolumbien und Herausforderer Primoz Roglic (30/Slowenien) bangen um wichtige Helfer. Bernals russische Lokomotive Pawel Siwakow (23), von manchen gar als Geheimtipp auf den Gesamtsieg gehandelt, und Roglics neuseeländischer Adjutant George Bennett (30) kamen ebenso wie Sprint-Oldie André Greipel (38/Rostock), die Australier Caleb Ewans (26), Richie Porte (35) oder Frankreich-Ass Julian Alaphilippe (28) zu Fall.

Gewöhnungsbedürftig auch die Szenerie kurz vor Beginn des Rennens: Alle 176 Fahrer rollten mit Maske zur Startlinie. Nur wenige handverlesene Zuschauer waren in diesem Bereich zugelassen. Aber obwohl Nizza zur roten Covid-19-Zone mit Infektionsfällen jenseits der 6000er-Marke gehört, standen auf den ersten Kilometern durch die Innenstadt Tausende Fans am Streckenrand.

Etwa 50 km vorm Ziel, als eine dreiköpfige Ausreißergruppe ohne deutsche Beteiligung wieder gestellt war, nahm das Feld Tempo raus. Einer der Wortführer war Tony Martin (35/Cottbus), der zur Mäßigung aufrief, um das Risiko weiterer Unfälle zu minimieren. Half nur bedingt. Denn in Zielnähe ging’s wieder rund, Stürze inbegriffen (siehe oben).

Heute wird’s schwerer: Auf der 2. Etappe warten auf den 186 km mit Start und Ziel in Nizza schon drei anspruchsvolle Alpen-Anstiege.