Primoz Roglic feiert seinen ersten Coup bei der diesjährigen Tour. Foto: Imago Images

Manchmal ist alles ganz einfach. „Ich wollte der beste Skispringer der Welt werden. Der Traum hat sich nicht erfüllt, deshalb habe ich was anderes gemacht.“ Und wie! Spätestens nach seinem Triumph bei der ersten Bergankunft in Orciere-Merlette ist Primiz Roglic (30) Top-Favorit auf den Gesamtsieg bei der Tour de France.

Als Skispringer war er mit Sloweniens Junioren Team-Weltmeister. 2007 überstand er einen Horror-Sturz auf der Flugschanze in Planica zwar wie durch ein Wunder ohne böse Verletzung, aber danach verlor er irgendwie den Anschluss an die Top-Elite.

Also sattelte Roglic um: „Mein erstes Rad habe ich vom Nachbarn geliehen, ein normales Straßenrad.“ Dann geht’s ruck, zuck: 2012 erstes ernsthaftes Rennen, 2013 erster Profivertrag, 2018 erster Tour-Etappenerfolg, 2019 Gesamtsieger der Vuelta.

Ein Wunder? Nein, sagt Jean-Jacques Henry, Trainer beim Weltverband: „Stimmen die körperlichen Grundlagen, braucht es ein, zwei Jahre für die Technik.“ Und dann muss man nur noch ein Typ wie Roglic sein. Teamkollege Tony Martin (35/ Cottbus): „Primoz ist sehr zielstrebig, sehr ruhig und sehr relaxt, aber trotzdem immer sehr gut vorbereitet.“ Manchmal ist alles ganz einfach ...