Theo Reinhardt grüßt nicht nur seine Kollegen, er will sich auch um den Breitensport kümmern. Foto: Imago/Annegret Hilse

Wer sein Bike liebt, der bringt spätestens mit den ersten Frühlingstemperaturen seinen Drahtesel auf Betriebstemperatur. Macht auch der Berliner Radsportverband. 2021 soll der große Turn-around gelingen. Die Berliner Rad-Asse stehen am Start ihrer ganz persönlichen Deutschlandtour. Im Ziel will Berlin wieder die Nr.1 von Deutschland sein.

Genau diesen Auftrag hat Weltmeister Theo Reinhardt für Interims-Präsident Stefan Meiners. Seit gut drei Wochen ist KURIER-Theo – diesen Namen hat er weg, seit er am Anfang seiner Karriere bei den Berliner Sechstagerennen das KURIER-Trikot trug – Athletensprecher des Berliner Verbandes.

Erster Eindruck positiv

In dieser Zeit hat der 30-Jährige hinter die Kulissen geschaut. „Mein erster Eindruck vom neuen Präsidenten ist sehr positiv. Mit den Erfahrungen als Geschäftsführer einer großer Firma geht er nicht mit der Brechstange vor. Das gefällt mir“, sagt Theo.

Er ist angetan vom Konzept, dass in der ersten Phase alle Beteiligten ohne Blick zurück an einem Strang ziehen sollen. „Wir wollen Sport treiben ohne Kämpfe um Eigeninteressen“, sagt Theo und wandelt einen Spruch aus der einstigen DDR um: „Alles zum Wohle des Sportlers und nicht der Vereine und Institutionen.“

Berlin wieder Nr. 1

Genau hier kommt Theo ins Spiel. Hier will er anpacken. „Wir Sportler wissen, was wir brauchen. Wir stehen den Machern mit Rat und Tat zur Seite, damit sie im Verband wieder eines auf die Kette kriegen: Macht, dass wir in Berlin wieder so Radfahren können, dass der Rest der Republik auch zu uns will.“

In den 90er-Jahren war das schon einmal so. Reinhardt hat nicht nur den Leistungssport und Goldmedaillen im Blick. Er will auch dem Breitensport Struktur und Leben einhauchen: Radrennen ohne Ende, Schüler in die Sportschulen und vernetztes Vereinsleben – all das, was Radfahren zur schönsten Freizeitbeschäftigung für so viele Menschen macht, will Reinhardt wieder sehen. Also, Bosse, ran an die Arbeit.