Auf den letzten Metern kam es am Zielort in Kattowitz zum Horror-Sturz mit fatalen Folgen.  Foto: Imago Images

Es waren Bilder des Grauens. Und dennoch scheint Radprofi Fabio Jakobsen (23) bei seinem Horror-Sturz bei der Polen-Rundfahrt großes Glück gehabt zu haben. Sein Teamchef erhebt gegen den Unfall-Verursacher, Rad-Rambo Dylan Groenewegen, schwere Vorwürfe.

„Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen“, twitterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere.

Was war passiert? Im Sprint um den Sieg hatte der Niederländer Groenewegen (Jumbo-Visma) seinen Landsmann kurz vor der Ziellinie bei höchstem Tempo abgeräumt. Jakobsen wurde bei 80 km/h in die Absperrgitter gedrückt.

„Einige Sprinter verlassen immer wieder ihre Linie. So etwas muss nicht sein“, kritisierte auch Berlins Roger Kluge (34), der Glück hatte und als bester Deutscher in Kattowitz Achter wurde.

Jakobsen wurde bewusstlos ins Krankenhaus nach Sosnowiec geflogen. Dort stellten die Ärzte Lebensgefahr fest. „Es ist ernst, sein Leben ist direkt bedroht. Er hat eine enorme Menge Blut verloren und erhebliche Verletzungen erlitten“, sagte Rennärztin Barbara Jerschina noch am Abend.

Nach einer fünfstündigen Not-OP am Kopf folgte leichte Entwarnung: „Ein CT-Scan wurde durchgeführt, das Gehirn scheint nicht beschädigt worden zu sein“, erklärte Klinikchef Pawel Gruenpeter. Die Hauptverletzungen liegen im Gesicht, die Augen seien aber glücklicherweise nicht betroffen. „Heute werden wir versuchen, ihn aus dem Koma zu holen“, kündigte der Arzt an.