Gerutscht und trotzdem im Qualifying Platz 1 erobert: Lance Stroll vom Rennstall Racing Point. Foto: dpa

Rutschpartie zur Krönung! Das Qualifying zum Türkei-GP (Sonntag, 11.10 Uhr, RTL & Sky) entwickelte sich bei Regen auf dem frisch verlegten Asphalt zum Reifen-Roulette.

Dabei wurde Regengott Lewis Hamilton (35) überraschend nur Sechster, sein Edelhelfer Valtteri Bottas (31) sogar nur Neunter.

Noch sensationeller: Seinen Meister fand der Champion ausgerechnet im oft belächelten Racing-Point-Milliardärssohn Lance Stroll (22). Der im Oktober am Coronavirus leidende und am Nürburgring durch Nico Hülkenberg (33) ersetzte Kanadier feierte die erste Pole-Position seiner Karriere und brach die Mercedes-Serie (Hamilton: 9 Poles, Bottas: 2).

Der zuvor im Nassen regelrecht „fliegende Holländer“ Max Verstappen (22, Red Bull) wurde Zweiter, Strolls mexikanischer Racing-Point-Kollege Sergio Perez (30) Dritter.

Hamilton schimpfte über den fehlenden Grip: „Es fühlte sich an, als ob man auf Eis fahren würde. Das ist wirklich Scheiße mit großem S.“ Dabei gilt er eigentlich als Regengott, gewann in den Saisons 2018/19 neun Regenrennen in Folge.

Sein zehnter Saisonsieg wird von Rang sechs schwierig, doch sein siebter Titel ist nur noch Formsache. Bei 85 Punkten Vorsprung muss der Brite nur vor Bottas ins Ziel kommen oder mit 78 Punkten vorne liegen, dann ist er in den letzten drei Rennen nicht mehr einzuholen.

Sebastian Vettel (33) schaffte es als Zwölfter zwar zum zehnten Mal in Folge nicht ins Top-Ten-Qualifying, war aber immerhin nach neun Quali-Klatschen in Folge mal schneller als Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc (23), der von 14 startet Dennoch war Vettel enttäuscht: „Das war nicht so toll, wenn man soviel rumrutscht. Wir tun uns im Regen schwer und haben einfach keine Temperatur in die Reifen bekommen.“

Peinlich für Ferrari, dessen Kundenteam Alfa Romeo mit Kimi Räikkönen (41) und Antonio Giovinazzi (26) von den Plätzen acht und zehn startet.