Daniel Schlösser (r.) ist schon eine ganze Weile dicht an der Seite von Nikita Mazepin. Foto: imago images/Motorsport Images

Kurz nach der Beförderung kam der Skandal. Mit seinem Busengrapscher-Video brachte Mick Schumachers (21) neuer Formel-1-Kollege Nikita Mazepin (21) Haas-Teamchef Günther Steiner (55) in die Bredouille. Der Südtiroler hielt aber trotz internationaler Rauswurf-Forderungen (#WesaynotoMazepin) am Russen fest.

Richtig so, findet einer, der Mazepin drei Jahre lang rund um die Welt begleitete: sein Physiotherapeut Daniel Schlösser (44). „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Nikita was Schlimmes gemacht hat“, sagt der Fitnessexperte, der zuvor Nico Rosberg (35) zum Weltmeister geformt hatte und nun in Pulheim bei Köln eine Praxis betreibt.

Er erlebte Mazepin in der Formel 3, GP3 und Formel 2 ganz anders, als es sein Ruf als rüpeliger Milliardärssohn aussagt. „Er wird so oft als Paydriver abgestempelt, der nur dank der Kohle von Papa Formel 1 fährt. Dabei wurde er 2018 in der GP3 als Rookie knapp hinter Anthoine Hubert Zweiter und hat dabei Callum Ilott geschlagen“, weiß Schlösser.

In der Quali ist Mazepin besser als Mick

Nach einem harten ersten Formel-2-Jahr, in dem er mit dem Auto nicht klar kam, wurde Mazepin aktuell Fünfter. „Dabei wurde ihm noch ein Sieg aberkannt und trotzdem lag er vor dem Finale vor Tsunoda, der von Red Bull in den Alpha Tauri gesetzt wird. Und im Qualifying war Nikita auch besser als Mick, der aber bei den Starts viel wettgemacht hat“, sagt Schlösser. Er sieht die beiden künftigen Haas-Kollegen auf Augenhöhe: „Alle erwarten ja, dass Mick den Mazepin deutlich schlägt, aber das wird ein harter Brocken.“

Vor allem im direkten Duell. Mazepin erhielt für Kollisionen viele Strafen und wurde 2016 für eine Tätlichkeit gegen Ilott sogar für ein Rennen gesperrt. „Die Sache mit Ilott wird jetzt natürlich wieder aufgewärmt, aber ich kenne Nikita nicht so impulsiv“, sagt Schlösser. „Klar, auf der Strecke fährt er schon seine Ellbogen aus und ist ab und an über dem Limit. Aber er wird sich mit Mick nicht ins Gehege kommen, dafür wird der Steiner schon sorgen.“ Damit hat der Teamchef hat durch seine Bruchpiloten Romain Grosjean (34) und Kevin Magnussen (28) ja seine Erfahrungen.