Hochkonzentriert und am Ende überglücklich: Deutschlands Kanute Sideris Tasiadis Imago

Dritter Tag, drittes Bronze für Deutschland! Sideris Tasiadis hat in Tokio für einen glanzvollen Auftakt bei den Slalomkanuten gesorgt. Der Weltranglisten-Erste wurde für seine Angriffsfahrt im Stangenparcours belohnt und holte nach Silber 2012 nun olympisches Bronze. Gold hat er dennoch weiter im Visier.

„Es ist pure Freude, denn der Weg hierher war hart und sehr lang. Ich bin sehr stolz und sehr glücklich über meine zweite olympische Medaille“, freute sich der 31 Jahre alte Augsburger, der im Kasai Canoe Slalom Centre jedem um den Hals fiel, der ihm in die Quere kam.

Sideris Tasiadis baut Boot extra um

Nach der bitteren Erfahrung bei den Spielen in Rio 2016, bei denen er wegen eines Leichtsinnsfehlers die Medaillen um 46 Hundertstelsekunden verpasste, bereitete sich der Polizeiobermeister noch akribischer auf Tokio vor – und baute extra ein Boot um: „Ich habe einfach ein Kajak genommen, das habe ich so umgebaut, dass es zum C1 wird.“

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Der Vorteil: Es dreht besser und hat ein besseres Ansprechverhalten. „Ich bin davon ausgegangen, dass die Strecken immer schwerer werden, da brauchst du auch ein sehr gutes Boot, was schnell dreht, es funktioniert echt ganz gut.“ Hinzu kam noch ein neues Paddel, was nur 250 Gramm wiegt.

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Sideris Tasiadis musste bei seiner Fahrt im Kasai Canoe Slalom Centre alles geben.

Sideris Tasiadis will in Paris 2024 Gold gewinnen

Der Vorteil zahlte sich aus. Nur der Slowake Benjamin Savsek und der Tscheche Lukas Rohan waren im Kasai Canoe Slalom Centre etwas schneller. Zur ersehnten Goldmedaille fehlten 5,45 Sekunden, weil Tasiadis bei seiner Finalfahrt Probleme an Tor 19 hatte und Zeit verlor. Ansonsten blieb er vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach fehlerfrei. Cheftrainer Klaus Pohlen: „Ich bin zu alt für diese Art von Spannung. Vom Leistungsniveau entspricht die Medaille den Erwartungen, vom Leistungspotenzial war sogar mehr drin.“

Keinen Hehl machte Tasiadis jedoch daraus, dass er sich mehr ausgerechnet hatte. Aber sein nicht ganz optimaler Lauf kostete ihn zu viel Zeit. Doch der Slalom-Stangen-Artist richtet seinen Blick bereits auf die nächsten Spiele in Paris 2024: „Wir sehen uns in drei Jahren wieder.“