Der Berliner Simon Geschke fuhr bei der Tour Romandie auf Gesamtrang beim abschließenden Zeitfahren noch von Platz neun auf Gesamtrang drei vor. Foto: AFP/Fabrice Coffrini

Mehr Freude geht nicht! Berlins Radprofi Simon Geschke (36) heizte auf der Schlussetappe der Tour Romandie in der Westschweiz nicht nur dem späteren Sieger Alexander Wlasow (Bora-Hansgrohe) gewaltig ein. Mit einem Rückstand von nur 31 Sekunden landete Simon auf Rang zwei im Einzelzeitfahren (16,5 km) und strampelte damit vom neunten auf den dritten Gesamtrang vor.

„Ein dritter Platz in einer World Tour darüber freue ich mich natürlich besonders“, gibt Simon zu, der nunmehr fast zehn Jahren statt Berlin das schöne Freiburg sein zu Hause nennt. Nach dem Podiumsplatz vom Wochenende geht das Feiern bei Simon weiter.

Geburtstag und Polterabend in einem

Geschke verrät: „Am Donnerstag kommen meine Eltern aus Berlin, am Freitag hat meine österreichisch Freundin Sophie Geburtstag und am Sonnabend fahren wir alle gemeinsam zum Standesamt, dann wird geheiratet.“

Das ist doch eine gute Nachricht. Lange kann sich das Paar allerdings nicht mit Flitterwochen aufhalten. Geschke: „Ich muss immer ein bisschen trainieren, denn am 15. Mai geht es in die Alpen zwei Wochen zum Höhentrainingslager“.

Tour-Start im Juli ist fest avisiert

Vater Jürgen (78), Radsprint-Weltmeister und Tandem-Olympiazweiter mit Werner Otto, freut sich für seinen Sohn, denn Simon ist nicht nur für einen Start bei der populären Rundfahrt „Criterium de Dauphine´“ im Juni vorgesehen. Simon Geschke gehört bei Cofidis auch zum engeren Kandidatenkreis für die Tour de France. Wo er natürlich gern wie 2015 wieder einen Etappensieg einfahren möchte. „Wenn ich nominiert werde, dürfte jedoch meine Hauptaufgabe sein, unseren Kapitän Guillaume Martin möglichst weit nach vorn zu fahren.“

Den Giro d’Italia ab 6. Mai verfolgt der Profi diesmal nur im Fernsehen, obwohl sein Herz gerade an der „Fahrt über den Stiefel“ besonders hängt. Dort trug er nicht nur das „Maglia Azzurra“, das Bergtrikot, dort verhalf Simon als Edelhelfer 2017 Tom Dumoulin (Holland) zum Giro-Sieg.

Beim Giro lernte Simon Geschke seine Sophie kennen

„Meine wichtigste Erinnerung an die Fahrt durch Italien ist aber nicht nur das interessante Rennen, sondern meine zukünftige Frau. Wir lernten uns nämlich beim Giro kennen. Sophie war dort als Zuschauerin.“ Die Österreicherinnen kochen zwar gut, aber vor überflüssigen Pfunden vor der Tour de France fürchtet sich Simon mit einem Körpergewicht von 66 Kilogramm nicht: „Schließlich ernähre ich mich vorwiegend vegan.“

Mit seinen alten Kumpels vom TSC Berlin und seinem früheren Trainer Dieter Stein steht Simon natürlich in Verbindung, obwohl er zugibt: „Nach Berlin kommen ich nur noch selten. Meine Eltern sind jetzt Rentner und freuen sich darauf, wenn sie mich in Freiburg besuchen können. Ist ja keine ganz schlechte Gegend hier.“

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