So sehen Sieger aus: Karl Geiger nach dem Coup von Oberstdorf.  Foto: dpa/Daniel Karmann

Aus der Quarantäne direkt auf Platz 1 – so einen Sprung muss man erst mal stehen ... Lokalmatador Karl Geiger (27) schürt mit dem Auftakterfolg in Oberstdorf die Träume vom ersten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit Sven Hannawald 2002.

Tournee-Tross zog weiter nach Garmisch-Partenkirchen, beim Neujahrsspringen auf der großen Olympia-Schanze (14 Uhr, ARD) will Geiger den zweiten Schritt zum Triumph machen. Bundestrainer Stefan Horngacher (51): „Auf den Karl kann man sich immer verlassen. Wenn er in seinem Tunnel drin ist, kann er alles abrufen.“

Die vergangenen fünf Wochen sind dafür Beweis: Pause wegen anstehender Geburt der Tochter, Skiflug-Weltmeister, Geburt der Tochter, positiver Corona-Test, Quarantäne, strahlender Sieger in Oberstdorf.

Da klatscht auch Altmeister Severin Freund (32) vor Begeisterung mit den Latten: „Was er diese Saison macht, ist für mich eine der beeindruckendsten Leistungen ever. Wie er es macht, keine Ahnung. Aber es ist absolut grandios. Nichts stoppt ihn, weil er es einfach kann.“

So soll es auch bleiben. Die Marschroute von Bundestrainer Horngacher lässt darauf hoffen, dass noch lange nicht Schluss mit großem Jubel ist: „Ziel ist es eher, langsam zu beginnen und immer stärker zu werden. Das werden wir weiterhin verfolgen. Die anderen werden auch noch mal aufs Pedal steigen, da müssen wir mit.“

Nicht nur Geiger, auch Markus Eisenbichler (29/Siegsdorf). Der Fünfte von Oberstdorf bleibt trotzdem Teamplayer: „Karle ist einfach so ein cooler Hund. Ich habe mich eigentlich genauso gefreut, wie wenn ich da oben gestanden hätte.“