Bayern-Keeper Manuel Neuer setzt mit dem Pokal der Klub-WM zum großen Jubel an. Foto: AFP

Mehr an Triumphen geht nicht, Bayern! Die Titel-Hamster landen den nächsten Coup. Mit dem 1:0 (0:0) im Finale der Klub-WM in Katar gegen Mexikos Top-Team Tigres UANL haben die Münchner ihre Kollektion für 2020 vervollständigt: Zum vierten Mal nach 1976, 2001 und 2013 sind sie Klub-Weltmeister. Erst als zweites Team nach dem FC Barcelona gewinnen sie das Sextuple. Kurios dabei: Ein Weltmeister schießt sie zu diesem Welt-Titel. Oh, là, là, Pavard macht die Bayern glücklich.

„Wir haben Geschichte geschrieben!“, sagt Robert Lewandowski, „denn dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes.“ Geschafft und erleichtert ist der Torjäger. Getroffen hat er zwar nicht, sondern im Abseits gestanden bei einem möglichen Treffer von Joshua Kimmich (18.), aber beim dann doch entscheidenden Tor hatte der Pole trotzdem seinen Kopf im Spiel. Die Ablage auf Benjamin Pavard nutzt der Franzose zum goldenen Tor (59.).

Die Bayern und ihre Franzosen: Auch das 1:0 im Finale der Champions League gegen Paris St.-Germain hatte mit Kingsley Coman einer aus der Equipe Tricolore erzielt.

Allerdings müssen die Bayern auch beim Pavard-Abstauber um die Anerkennung bangen, weil der uruguayische Schiri Esteban Ostojich zunächst erneut auf Abseits erkennt. Anders als beim aberkannten Kimmich-Treffer zählt das Ding aber nach zwei Minuten Überprüfung doch, weil der chilenische Video-Assistent Julio Bascunan den Hauptreferee umstimmt. Es ist nicht nur gerecht, sondern auch korrekt.

Zuvor schon bestimmen die Münchner vor 6000 Zuschauern die Partie. Dabei müssen sie neben Jerome Boateng (der Innenverteidiger war aus persönlichen Gründen zwei Tage zuvor abgereist) auch auf Thomas Müller verzichten. Der Offensivmann war nach dem Abschlusstraining positiv auf Corona getestet worden und fehlt seinem Team auch am Montag in der Bundesliga gegen Bielefeld.

Nur das erlösende Tor will zunächst nicht fallen, weil die Mexikaner in der Abwehr erstens wie ein Bollwerk stehen und die Bayern zweitens nicht zielstrebig genug angreifen. So als Alphonse Davies bei einem Überzahl-Konter zu luschig abschließt (24.) und Coman mit einem satten Schuss genau auf Tigres-Keeper Nahuel Guzman zielt (25.). Pech ist aber auch im Spiel, weil Leroy Sané, für Müller in die Startelf gerückt, die Kugel ans Lattenkreuz hämmert (34.) und Serge Gnabry den Kasten knapp verfehlt (51.).

Kaum ist das 1:0 jedoch gefallen, spielen die Bayern alle ihre Trümpfe besonnen und clever aus. Dabei sind sie bei am Ende 17:3 Torschüssen dem zweiten Tor viel näher als Tigres dem Ausgleich, zumal Manuel Neuer nach der Pause keinen einzigen Ball auf seinen Kasten bekommt und auch der starke Franzose André-Pierre Gignac von der Bayern-Abwehr fast komplett aus dem Spiel genommen wird. Es bleibt nur darum etwas kitzlig, weil die Münchner mit ihren teils hochkarätigen Gelegenheiten schludern. Joker Corentin Tolisso setzt einen Kopfball zu hoch an (70.), David Alaba knallt den Ball aus 25 Metern drüber (73.), Tolisso trifft den Pfosten (81.). Ebenso bringen Douglas Costa (85.) und Eric Maxim Choupo-Moting (90.), auch sie kommen als Joker, die Kugel nicht unter.

Aber Ende gut, alles gut. Mehr Trophäen gibt es am Stück nun nicht mehr.