Besonders weibliche Formel-1-Fans leiden unter dem schlechten Benehmen vieler Männer auf der Tribüne. Auch Rassismus ist dabei immer wieder ein Thema.
Besonders weibliche Formel-1-Fans leiden unter dem schlechten Benehmen vieler Männer auf der Tribüne. Auch Rassismus ist dabei immer wieder ein Thema. Imago/Hochzwei

Die Formel 1 kommt nicht zur Ruhe. Trotz vieler spannender Rennen, die Schlagzeilen in der Königsklasse bestimmen Themen, die mit dem Sport überhaupt nichts zu tun haben. Erst sorgt Ex-Boss Bernie Eccelstone mit Pro-Putin-Aussagen für einen Eklat. Jetzt eskaliert die Lage auf den Tribünen beim Großen Preis von Österreich in Spielberg. Sexismus und Rassismus: Formel-1-Fans benehmen sich in Spielberg total daneben!

Homophobie und Rassismus sind in der Formel 1  Alltag

„Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass einige Fans völlig inakzeptablen Kommentaren ausgesetzt waren“, erklärt die Formel 1 in einem offiziellen Statement. Weiter heißt es: „Wir werden mit denen sprechen, die von den Vorfällen berichtet haben. Wir nehmen das sehr ernst. Solches Verhalten wird nicht toleriert, alle Fans sollten respektvoll behandelt werden.“

Machen in Österreich mal wieder auf sich aufmerksam, leider auch mit rassistischen Äußerungen gegen Lewis Hamilton: Die Fans von Weltmeister Max Verstappen.
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Machen in Österreich mal wieder auf sich aufmerksam, leider auch mit rassistischen Äußerungen gegen Lewis Hamilton: Die Fans von Weltmeister Max Verstappen.

Was war passiert? Vor allem zahlreiche Frauen hatten in den sozialen Medien von wahren Spießrutenläufen auf den überwiegend von Männern besetzten Tribünen berichtet, auch Homophobie und Rassismus seien dort ein großes Problem. Diese Erfahrungen erstreckten sich demnach auch auf die riesigen Campingplätze rund um die Strecke und hätten schon in den vergangenen Jahren in Spielberg zum Alltag gehört.

Lewis Hamilton angewidert und enttäuscht

Seit Jahren wurden die sogenannten Grid Girls, Frauen, die in der Startaufstellung vor den Formel-1-Fahrern posieren, abgeschafft. Beim Rennen in den USA gab es allerdings Cheerleader, die für Diskussionen sorgten.
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Seit Jahren wurden die sogenannten Grid Girls, Frauen, die in der Startaufstellung vor den Formel-1-Fahrern posieren, abgeschafft. Beim Rennen in den USA gab es allerdings Cheerleader, die für Diskussionen sorgten.

Auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton meldete sich zu Wort. Der Mercedes-Fahrer ist entsetzt: „Ich bin angewidert und enttäuscht, dass einige Fans mit rassistischem, homophobem und generell beleidigendem Verhalten konfrontiert wurden.“

Der Besuch bei einem Formel-1-Rennen dürfe nie Auslöser für „Angst und Schmerz“ sein. Hamilton fordert: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und erlauben, dass das so weitergeht.“

Verstappen-Fans pfeifen Hamilton aus

Ebenfalls enttäuscht zeigte sich der Brite, dass Fans des niederländischen WM-Spitzenreiters Max Verstappen, die zu Zehntausenden in die Steiermark gereist waren, bei einem Unfall Hamiltons in der Qualifikation geklatscht hatten. Bereits beim vergangenen Rennen im englischen Silverstone gab es Buhrufe und Pfiffe gegen Hamilton-Konkurrent Verstappen.

Fair Play sieht sicherlich anders aus. Mercedes-Teamchef Toto Wolff fordert deswegen: „Wir lieben die Fans, wir wollen sie da haben, wir wollen, dass sie emotional und leidenschaftlich sind, aber es sollte nicht persönlich werden.“

Sexismus, Belästigung und Rassismus haben dagegen in der Formel 1 genauso wenig etwas zu suchen wie sonst wo in der Gesellschaft.

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