In der Dämmerung von Sakhir in Bahrain sorgt Mick Schumacher in seinem Haas für einen echten Lichtblick. Foto: imago/Motorsport Images

Mick Schumacher (22) war der „Last man driving“. Als seine 19 Fahrer-Kollegen ihre Autos schon in der Garage abgestellt hatten, wurde der Haas-Jungstar zum Nachtkönig. In seiner wegen der Frachtprobleme und des verspäteten Auftakts am Donnerstag von der Fia genehmigten Spätschicht raste Schumi junior in 1:32,241 Minuten noch zur zweitschnellsten Runde des Abschlusstests.

Nur fünf Zehntel hinter Weltmeister Max Verstappen (24), der seine Bestzeit (1:31,720 Minuten) auf den weichsten Reifen fuhr, und zwei Zehntel schneller als Ferrari-Star Charles Leclerc (24). Was für ein Ausrufezeichen vom Sohn von PS-Legende Michael Schumacher (53) vor dem WM-Start am Sonntag (16.00 Uhr, Sky) hier in Bahrain.

Mick will erste WM-Punkte

Mick war entsprechend happy. „Ich beschließe den Test mit gemischten Gefühlen, aber überwiegend guten. Alles in allem ist die Pace da“, freute er sich über die Leistung seines Haas-Ferrari VF-22. In dem will er auch im ersten Rennen die Favoriten ärgern und die ersten WM-Punkte einfahren: „Wir wissen alle, was nun zu tun ist und haben alle Werkzeuge dazu. Alle sind sehr aufgeregt, ich freue mich aufs erste Rennen.“

Das tun seine Kollegen auch, schließlich gilt die Fahrerlager-Regel „Wenn the flag drops, the bullshit stops“ (sinngemäß: Geht das Rennen los, hört das blöde Gerede auf). Vor allem die Tiefstapelei von Mercedes und Lewis Hamilton (37) nervt.

Mercedes stapelt tief

„Im Moment glaube ich nicht, dass wir um Siege kämpfen werden“, sagte der entthronte Siebenfach-Champ. „Ferrari scheint am schnellsten zu sein, und vielleicht Red Bull und dann vielleicht wir oder McLaren.“ Auch für Verstappen ist Ferrari das Team, das es zu schlagen gilt: „Die sehen richtig stark aus. Ich hoffe, dass wir mit ihnen mithalten können.“

Der beim ersten Test in Barcelona noch Bestzeit gefahrene McLaren-Jungstar Lando Norris (22) wurde in Bahrain von Bremsproblemen behindert und gestand: „Wir sind hinter dem zurück, wo wir sein wollen, wo wir sein müssen und wo wir sagen können, dass wir in jeder Hinsicht zuversichtlich in das erste Rennen gehen.“

Sebastian Vettel in Lauerposition

Das gilt natürlich auch für seinen von einer Covid-19-Infektion gestoppten Teamkollegen Daniel Ricciardo (32). Weil unsicher ist, ob der Australier rechtzeitig fit wird für den WM-Start, sicherte sich McLaren bereits die Dienste von Alpine-Ersatzfahrer Oscar Piastri (20).

Hinter den vier Top-Autos rangiert der Aston Martin, in dem Sebastian Vettel (34) nur die zehntschnellste Zeit gelang. Aber auch der Altmeister hofft, dass er bis zum ersten Qualifying in fünf Tagen noch Boden gutmachen kann: „Keiner weiß wirklich, wo er gerade steht.“