Sebastian Vettel inspiziert den Red-Bull-Ring mit dem Fahrrad. Imago/Mark Sutton

Eine Biene für seine „Honey Ryder“ und ein grünes Gewissen zum 34. Geburtstag. Sebastian Vettel bekam von seinem Aston-Martin-Team an seinem Ehrentag nicht nur einen Bienen-Aufkleber aufs Auto, er lässt seinem Werben für Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch Taten folgen. Er baute mit Kindern ein Bienen-Hotel in Form eines Formel-1-Autos und wehrt sich gegen Heuchelei-Vorwürfe.

Vettel wehrt sich gegen Heuchelei-Vorwürfe

Ein Formel-1-Star, der Grün wählt und für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit wirbt – dieses vermeintliche Paradoxon wurde nach Vettels Bekenntnis im „Spiegel“ von Kritikern aufs Korn genommen. So twitterte ausgerechnet AfD-Politikerin Beatrix von Storch (50): „Glückwünsche an die Grünen für den perfekten Werbeträger: Ferien auf Hawaii, Speedboat-Fan, hauptberuflich mit 1000 PS Hunderttausende km im Kreis fahren und natürlich: Steuerflüchtling in der Schweiz. Verlogen bis ins Mark. Grün eben.“

Sebastian Vettel hat sein Auto Honey Ryder getauft. Dazu prangt eine Biene auf dem Boliden. Imago/Glenn Dunbar

Doch Vettel ist sich des Widerspruchs zwischen Beruf und privater Lebenseinstellung bewusst. Deshalb setzt er öffentlich Zeichen. Nachdem er noch 2019 aus Ärger über die Hybrid-Motoren gebrüllt hatte: „Bringt die verdammten V12-Motoren zurück!“, trennte er sich zuletzt von sechs Supersportwagen (darunter fünf Ferrari), kaufte zwei Elektro-Autos für sich und seine Frau Hanna und ließ eine Solaranlage auf seiner umgebauten Mühle in Ellighausen (Kanton Thurgau) installieren.

Vettel: „Wir müssen mit der Zeit gehen“

„Wir müssen mit der Zeit gehen und mit unseren Ressourcen haushalten“, fordert Vettel, der auch im Fahrerlager mit seiner Forderung für ein Plastikflaschen-Verbot vorangeht. Er erklärt seinen Sinneswandel: „Natürlich schwärme ich als Rennfahrer-Romantiker nach wie vor für schnelle Autos mit einem guten Sound. Aber ob das für die nächste Generation auch noch gilt? Wahrscheinlich interessiert sie sich gar nicht mehr so sehr für Zylinder, Hubraum und PS, sondern für Effizienz und Downsizing. Die Trends gibt es ja jetzt schon – genau wie die Entwicklung, dass der Führerschein nicht mehr das Wichtigste ist, wenn man gerade 18 geworden ist.“

Vettel fordert außerdem die Förderung von Biosprit und E-Fuels: „Es gibt auf der Welt rund eine Milliarde Fahrzeuge, die Diesel oder Benzin verbrennen. Die wird man nicht von heute auf morgen ersetzen können.“

Lesen Sie auch: Max Verstappen zieht keiner die Lederhosen aus >>

Diese nachhaltigen Kraftstoffe, die auch die Formel 1 einführen will, sollen helfen, die Emissionen weltweit einzudämmen – parallel zu E-Autos. Vettel: „Wer soll denn in kurzer Zeit in Afrika oder Südamerika eine taugliche Ladeinfrastruktur bauen? Und was ist mit Lkw, mit Schiffen, mit Flugzeugen? Bei ihnen ist nicht absehbar, wann sie elektrisch betrieben werden können. Also brauchen wir Alternativen. Und dafür drängt sich die Formel 1 geradezu auf.“