Mick Schumacher möchte in Baku möglichst viele Gegner hinter sich lassen. Foto: AP/Darko Vojinovic



Aus dem Leitplanken-Dschungel von Monaco auf die längste Gerade des Formel-1-Kalenders in Baku – größer kann der Gegensatz nicht sein. Aber trotz der unterschiedlichen Anforderungen für Autos und Fahrer wollen die zuvor leidgeprüften Sebastian Vettel (33) und Mick Schumacher (22) den frischen Wind aus Monaco mitnehmen in den Großen Preis von Aserbaidschan (Sonntag, 14 Uhr/Sky).

Vettel brach im Fürstentum mit Platz fünf seinen sieben Rennen währenden Null-Punkte-Fluch und wurde von den Fans sogar zum „Fahrer des Rennens“ gewählt. Mick rehabilitierte sich nach zwei Trainingsunfällen mit einem starken Überholmanöver gegen Haas-Teamkollege Nikita Mazepin (22), den er nur wegen Problemen mit dem Benzindruck wieder ziehen lassen musste.

Mick gibt einen aus

Micks Selbstvertrauen stimmt: „Ich habe mit dem Manöver das Unmögliche möglich gemacht und konnte meine Fehler aus dem Training dadurch hoffentlich etwas wieder gutmachen“, sagt der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher, der seiner Haas-Crew für den Neuaufbau das Autos eine Runde versprochen hatte. „Das stimmt, aber nach dem Rennen waren alle so mit dem Abbauen beschäftigt, dass wir dazu gar keine Zeit mehr hatten. Ich werde das in Österreich nachholen.“

Auch der Ferrari-Motor, der im Rennen in Monaco plötzlich Leistung verlor und ihm seine erste Niederlage gegen Mazepin einbrockte, wurde genau analysiert? Mick diplomatisch: „Wir haben uns das gut angeguckt und geschaut, was wir verbessern können.“

Eine fehlerfreie Power Unit ist auch unerlässlich für den Kurs, dessen Start-Ziel-Gerade mit 2,2 km die bisher längste in Schanghai (1,3 km) in den Schatten stellt.

Vettel im Attacke-Modus

Hat Mick Angst, da von Alpha Tauri, Alfa Romeo und Williams, die er eigentlich ärgern will, aufgefressen zu werden? „Nein. Und in den Kurven liegt unser Auto ja gut. Vielleicht fresse ich ja die anderen auf“, sagt er. „Hoffentlich können wir mit Williams und Alfa kämpfen. Ich freue mich drauf.“

Das tut auch Vettel, der nach seinen ersten zehn Punkten für Aston Martin entspannter wirkt und ebenfalls hungrig auf Erfolge ist: „Ich fahre, um zu gewinnen. Wir sind gerade nicht in der Position dazu, aber wir sind motiviert und wollen unseren Schwung mitnehmen.“

Die Monster-Gerade sollte dem starken Mercedes-Motor entgegen kommen. „Es ist ein sehr herausfordernder Kurs. Es gibt hier keinen Raum für Fehler“, erinnert Vettel daran, dass Baku in der Altstadt auch die engste Stelle im Kalender (7,6 m) zu bieten hat.

Mick schwärmt von Vettel

Über die Tücken der Strecke tauschte er sich nach der Begehung auch immer mal mit Mick aus – aber auch übers Private. „Ich habe schon sehr viel von ihm gelernt und hoffe, dass ich auch noch viel mehr von ihm lernen kann. Es ist einfach schön, mit ihm über generelle Sachen zu reden“, sagt Mick, der Vettel als Freund bezeichnet. „Es ein gutes Gefühl, dass da einer ist, der nur das Beste für mich möchte. Mir macht es Spaß.“