Vor dem Grand Prix in der Toskana drehte Mick Schumacher im Ferrari F2004 seines Vaters ein paar Runden für eine Spazierfahrt über die Rennstrecke. Foto: Jennifer Lorenzini/Pool Reuters/AP/dpa

Da bekamen Millionen Schumi- und Ferrari-Fans feuchte Augen. Erst übernahm Mick Schumacher (21) die Formel-2-Spitze, dann durfte der Sohn von Michael Schumacher (51) vor Ferraris 1000. Formel-1-Rennen in Mugello die Jubiläumsfahrt im legendären F2004 seines Vaters absolvieren. In der „Roten Göttin“ hatte Schumi vor 16 Jahren seinen siebten und letzten WM-Titel geholt, und nun träumen die Fans von Micks baldigen Formel-1-Debüt.

Im klassisch-dunkelroten Ferrari-Overall mit gelber 1000 und Italien-Flagge stieg Mick in den F2004 seines Vaters – und gab in der „Roten Göttin“ mit ihren 900 PS richtig Gummi. „Das ist mein absolutes Lieblingsauto. Es war unglaublich, dieses Auto zu fahren. Es war so eine Emotion dabei“, sagte Mick.

Das Weltmeister-Auto hatte er schon im Vorjahr in Hockenheim fahren dürfen. Doch vor Ferraris Jubiläum in Mugello war es noch mal was besonders, weil sein Vater hier unzählige Test-Kilometer absolviert hatte. Mick mit glänzenden Augen: „Es ist eine Ehre, das hier machen zu dürfen. Ich wäre gerne noch mehr Runden gefahren. Dieses Auto hier in zweiter Generation zu fahren, ist sehr speziell.“

Mick Schumacher kurz bevor er in den legendären Ferrari F2004 seines Vaters Michael steigt.  Foto: Imago Images/Motorsport Images

Und schon bald wird Mick in einem aktuellen Formel-1-Auto Gas geben. Das von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (50) und Alfa-Romeo-Kollege Frederic Vasseur (52) in Aussicht gestellte Freitagstraining im Auto von Kimi Räikkönen (41) soll vor dem Großen Preis der Eifel auf dem Nürburgring (11. Oktober) steigen. Da fährt die Formel 2 nicht im Rahmenprogramm, Mick könnte sich so ganz auf sein Formel-1-Debüt konzentrieren.

Diese Aussicht beflügelt ihn. In der Formel 2 übernahm er mit Rang fünf im Hauptrennen (vom 15. Startplatz) die WM-Führung von seinem internen Ferrari-Junior-Rivalen Callum Ilott (21), die er mit Platz vier im Sprintrennen auf acht Punkte ausbaute.

„Besser hätte es überhaupt nicht laufen können“, freute sich Mick, der in seinem zweiten Formel-2-Jahr erstmals ganz oben steht. Nachdem er mit einem Dreher im Qualifying noch Nerven gezeigt hatte, machte er den Fehler mit seiner gelungene Aufholjagd wieder gut: „Ein guter Start und solides Reifen-Management.“

Die nächsten Rennen steigen in zwei Wochen in Sotschi, bis Anfang Dezember folgen vier weitere in Bahrain. Mit dem Formel-2-Titel würde sich Schumi junior als würdig für das Formel-1-Cockpit 2021 erweisen.