Maximilian Schachmann stürzte bei der Lombardei-Rundfahrt schwer. Foto: Imago Images

Maximilian Schachmann sieht es ganz nüchtern. Die Tour de France mit Start morgen in Nizza wird für den Berliner zur Tour de Leiden. Für das Flair des größten und wichtigsten Radrennens der Welt bleibt keine Zeit.

Nur knapp zwei Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch bei der Lombardei-Rundfahrt setzt er sich wieder aufs Rad. „In Sachen Schmerz wurde mir bei vorherigen Verletzungen, beispielsweise bei meinem Handbruch bei der letztjährigen Tour, attestiert, dass ich wohl sehr schmerztolerant bin. Aber das ist ja ein subjektives, nicht messbares Gefühl.“ Im Training habe er gemerkt, dass es geht.

Doch damit fangen die Probleme erst an. Schachmann befürchtet erneut schlimme Stürze. „Die vorangegangen Ausgaben haben ja schon gezeigt, dass wir eher mit einem Gemetzel rechnen sollten“, sagt der 26-Jährige und erklärt: „Manchmal schaukelt sich das im Feld auf: Da fangen drei Mannschaften an, unruhig zu fahren und zu drängeln. Dann steigen die nächsten ein. Es ist wie ein Schneeball, der ins Rollen kommt und eine Lawine auslöst.“

Abschrecken kann ihn das nicht. Er sei topfit und wolle unbedingt fahren. Weil er gut drauf ist. So gut, wie beim Sieg von Paris-Nizza vor der Corona-Pause. Schachmann: „Es ist eine außergewöhnliche Saison. Niemand weiß, wie lange sie beim aktuellen Infektionsgeschehen noch gehen wird.“