Ronaldinho auf dem Weg zum Justizpalast in Paraguays Hauptstadt. Foto: AP

Wegen seiner Einreise mit einem gefälschten Pass in Paraguay ist der brasilianische Ex-Fußballstar Ronaldinho nun doch in Haft gekommen. Kurz zuvor hatte der Staatsanwalt noch auf eine Anklage verzichtet. Dann die Wende: Der 39-Jährige wurde am Freitagabend nach seiner richterlichen Anhörung aufgrund von Fluchtgefahr festgenommen und verbrachte die Nacht gemeinsam mit seinem Bruder Assis in einer Spezialzelle der Nationalen Polizei in der Hauptstadt Asuncion. Sechs Stunden intensiver Befragung konnten die Zweifel von Richter Mirko Valinotti an der Version der Gebrüder Moreira zu den falschen Papieren nicht ausräumen.

Hatte am Donnerstag der zuständige Staatsanwalt Federico Delfino noch erklärt, dass die beiden „Opfer ihres guten Glaubens“ geworden seien, will Valinotti den Fall nicht so schnell zu den Akten legen und gab der Staatsanwaltschaft nun zehn Tage Frist, um die genauen Umstände aufzuklären. Erschwerend wird jetzt sogar wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die beiden ermittelt. Nach dem „Freispruch“ durch Delfino hatten Ronaldinho und sein als allgewaltiger Berater fungierender Bruder eigentlich vorgehabt, Paraguay am Sonnabend zu verlassen.

Ronaldinho reist mit einem gefälschten Reisepass ein

Die beiden waren am Mittwoch auf dem Flughafen in Asuncion mit einem gefälschten Reisepass sowie gefakten Personalausweisen paraguayischen Ursprungs eingereist, und zwar trotz Besitzes legaler Dokumente aus Brasilien. Kurioserweise wurden die gefälschten Dokumente erst Stunden später nach einer Razzia im Hotel des Duos sichergestellt. Die  offenen Fragen sind: Warum sind sie mit den gefälschten Ausweisen eingereist? Und wann sind sie in den Besitz dieser gelangt? Denn angeblich sollen die Papiere schon in Brasilien dem einstigen Barcelona-Star zugespielt worden seien, obwohl dieser sie erst nach der Landung im Nachbarland erhalten haben will.

Schon am Donnerstag hatte die Polizei in Asuncion einen Mann und zwei Frauen in Gewahrsam genommen, die für die illegale Ausstellung der Dokumente verantwortlich gemacht werden. Doch deren Aussagen widersprechen in vielen Details den Ausführungen des Weltmeisters von 2002 gegenüber Staatsanwalt Delfino, der augenscheinlich zu frühzeitig die Absolution erteilte.