Nach dem blamablen WM-Aus ist vor der Suche nach einem neuen Bundestrainer. Julian Nagelsmann (38) ist Geschichte. Alle wollen Jürgen Klopp als Nachfolger (59). Er ist Topfavorit auf den Job. Erste Gespräche gab es – und der DFB bestätigt: „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert." Der Poker kann losgehen. Aber kann sich der DFB ihn überhaupt leisten?
Klopp und sein Gehalt bei Red Bull
Seit Januar 2025 hat Klopp einen hochdotierten Job als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull bis 2029, rund 12 Millionen Euro pro Jahr kassiert er beim Getränkehersteller. Klopp wird als Bundestrainer ungefähr die gleiche Summe verlangen. Zum Vergleich: Nagelsmann Jahressalär lag bisher bei rund 7 Millionen Euro. Auch das Gehalt seines Vorgängers Hansi Flick lag in diesem Bereich. Der DFB müsste sich gewaltig strecken.

Red Bull will wohl eine Ablösesumme für Klopp
Doch das ist nicht die einzige Hürde: Der zurückgetretene Nagelsmann kassiert als Abfindung ein Jahresgehalt (sein Vertrag lief noch bis 2028). Und Klopp hat einen laufenden Vertrag bei Red Bull. Eine Ausstiegsklausel hat Klopp nicht. Stand jetzt: Der DFB müsste Klopp wohl bei dem Weltkonzern herauskaufen, also eine Ablösesumme zahlen. Das gab es bisher noch nie bei der Frankfurter Fußballzentrale.
Und jetzt wird es interessant: Als Julian Nagelsmann 2021 von RB Leipzig zum dem FC Bayern wechselte, ließ sich Red Bulls cleverer Oberboss Oliver Mintzlaff es ganz teuer bezahlen: Die Münchner überwiesen für den Trainer rund 25 Millionen Euro als Ablösesumme. Damals ging es um einen Bundesliga-Konkurrenten, jetzt geht es aber um die deutsche Nationalelf. Es wird spannend, wie sich der österreichische Konzern im Fall Klopp verhält. Lässt Red Bull ihn umsonst ziehen, für eine symbolische Summe von einer Million Euro gehen oder wird knallhart gepokert.

Seit acht Jahren ist Klopp als Bundestrainer im Gespräch
Immer wieder wurde kolportiert, dass Klopp eine mündliche Zusage von Red Bull hat, dass er bei einem Bundestrainer-Jobangebot gehen dürfe. Doch bestätigt wurde es nie. Jürgen Klopp und die Nationalelf – das Thema gibt es seit acht Jahren. Nach dem WM-Aus 2018, als Jogi Löw schon angeschlagen war, wiegelte Klopp ab: „Sollte ich irgendwann einmal gefragt werden, und ich wäre verfügbar, dann würde ich darüber nachdenken. Nein. Ich stehe nicht zur Verfügung.“ Er hatte einen Superjob beim FC Liverpool bis 2024. Er wiederholte es immer wieder.
2020 sagte Klopp: „Ich stehe hier noch vier Jahre unter Vertrag. Aus heutiger Sicht habe ich absolut vor, das auch mindestens zu erfüllen.“ Und ein Jahr später. als Löw endgültig gefeuert wurde sagte er es wieder: „Das wäre ohne Frage eine große Ehre, aber es passt vom Timing her nicht. Ich kann nicht.“ Als Löw-Nachfolger Hansi Flick nach dem WM-Aus schon auf der Kippe stand, erklärte Klopp im Januar 2023: „Ich habe es schon öfter gesagt: Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen. Und das hat es bisher nicht.“


