Die spielentscheidende Szene: Neymar trifft per Elfmeter zum 1:0 Foto: AFP

Das wird eine ganz enge Kiste für RB Leipzig um den Einzug in die K.o.-Runde. Dabei ist es selten so einfach gewesen, Paris St.-Germain aus den Schuhen und fast schon aus dem Wettbewerb zu kippen. Am Ende ist das 0:1 (0:1) für die Sachsen mehrfach bitter. Sie sind im direkten Vergleich hinten und auch noch Opfer eines Lach-Elfmeters. Damit bekommt das Kürzel RB aus ihrer Sicht eine ganz komische Bedeutung: Reichlich betrogen.

Um schnelle Gegentore sind die Bullen gerade gegen PSG nicht verlegen. Beim 2:1 im Hinspiel hat es nach sechs Minuten geklingelt, im Halbfinale der Vorsaison nach 13. Dass es diesmal, im Fast-Finale um Gruppenplatz 2, elf dauert, liegt allein daran, dass Neymar beim Elfmeter einfach nicht aus den Puschen kommt und sich mehr um seinen Trippelanlauf kümmert als um den Ball. Als er dann doch trifft, kommt Peter Gulasci nur leicht mit seinen Fingerspitzen an die Kugel. Ärgerlicher geht es nicht.

Das ganz Blöde ist, dass der Elfmeter, den der brasilianische Superstar nutzt, das Zeug zum Witz hat. Erstens weil RB-Abwehrchef Dayot Upamecano im Spielaufbau irrlichtert, zweitens erst recht, weil Angel di Maria von Marcel Sabitzer kaum getroffen wird, trotzdem, eher aus Berechnung, zu Boden geht. Dass dem holländischen Schiri Danny Makkelie kein Video-Assistent zur Seite springt, ist kaum zu glauben.

Das ist genau das, was die Leipziger nicht gebraucht haben. Sie, die ohne einen Spieler mit deutschem Pass, dafür in ihrer Startelf mit vier Franzosen auflaufen (mit Julian Nagelsmann hier und Thomas Tuchel da haben wenigstens die beiden Trainer dieselbe Muttersprache), sind ziemlich gut dabei. Sie haben sogar die Turbo-Offensive mit Kylian Mbappé im Griff. Nur zu Chancen kommen sie nicht. Wenn doch, lässt Emil Forsberg den größten Riesen liegen (45.+1) und zielt per Seitfallzieher nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (49.).

Der Rest ist fast wie im Handball. RB tanzt in der PSG-Hälfte herum, hat mehr als 60 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüsse, findet bei der Fünfer-Abwehrkette der Gastgeber aber einfach nicht die Lücke und muss beim Ritt auf der Rasierklinge höllisch aufpassen, keinen Konter zu fangen. Zwischendurch wird es giftig-gallig (fünf Gelbe gegen die Franzosen, nur eine gegen RB) und ein wenig theatralisch. Das hilft den Leipzigern alles nichts, weil auch die letzte Gelegenheit, ein Kopfball von Yussuf Poulsen, zu hoch angesetzt ist (79.). Jetzt müssen kommenden Mittwoch gegen Basaksehir und in zwei Wochen gegen Manchester United sechs Punkte her. Sonst ist es das für die Sachsen in Europas Königsklasse für diese Saison gewesen.