Das Aus kam in Runde 1: Fabian Schmutzler (r.) verlor klar gegen Ryan Meikle. dpa

Fabian Schmutzler war nach seinem großen Abend im legendären Ally Pally erfüllt. Ein Auftritt mit 16 Jahren in der „heiligen Stätte“ des Dartsports - dieses Erlebnis kann dem Frankfurter keiner mehr nehmen. „Ich gehe nicht mit leeren Händen nach Hause. Ich habe sehr viel an Erfahrung mitgenommen“, sagte der zweitjüngste Teilnehmer der Turnierhistorie nach seiner Erstrundenniederlage bei Sport1. Schmutzler hatte sich mehr als ordentlich verkauft.

Vor rund 3000 Zuschauern im Londoner Alexandra Palace verlor der Gymnasiast sein Auftaktmatch gegen den Engländer Ryan Meikle zwar letztlich chancenlos mit 0:3 – deutete sein großes Potenzial aber an. Schmutzler ließ sich von der lautstarken Kulisse nur zu Beginn etwas beeindrucken und gewann dann immer mehr an Sicherheit.

WM-Debütant Fabian Schmutzler: „Es war mega!“

„Es war anders, als ich es mir gedacht habe. Wir sollen ja nicht das Publikum abklatschen wie sonst“, sagte Schmutzler bei DAZN: „Aber ansonsten war es mega, die Leute am Rand, die deinen Namen rufen. Dann gehst du nach oben und siehst die Menschenmassen. Es war mega cool, und ich würde es gegen nichts eintauschen, was ich bisher erreicht habe.“

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Fabian Schmutzler in Aktion bei seinem WM-Debüt.

Anfang November hatte er sich den Traum von der WM-Teilnahme überraschend über die Development Tour ermöglicht. Jetzt ist es Schmutzlers Ziel, sein Level weiter zu erhöhen, die Doppel noch etwas besser zu treffen. Mit dem Schnitt von 89 pro Aufnahme konnte er bei seiner Premiere zufrieden sein.

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Fabian hofft jetzt, dass sich sein Leben nicht groß verändert, wenn er wieder zur Schule geht. „Ich hoffe einfach, dass es Montag genauso ist wie vorher. Dass sich da nichts ändert. Dass man den einen oder anderen Spruch macht, ist klar, aber letztendlich hoffe ich, dass ich so behandelt werde wie vorher auch“, sagte Schmutzler bei Sport1.

Fabian verpasste den WM-Rekord 

„Für mich ist es gut gelaufen. Ich bin sehr, sehr zufrieden, auch wenn es eine Niederlage geworden ist. Das werde ich mitnehmen und hoffentlich dazu nutzen, dass mein Spiel noch besser wird“, kündigte Schmutzler an. Bevor der Heimflug am Samstag ansteht, kann Schmutzler die freie Zeit mit seinen Eltern und einem Freund nutzen, um London zu erkunden.

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„Ich hoffe einfach, dass ich dieses Level weiter spielen kann. Mal sehen, was die nächsten Jahre so geht“, sagte der zweitjüngste WM-Teilnehmer der Geschichte. Der Rekord als jüngster Einzelsieger bei dem Turnier blieb ihm verwehrt. Dieser wird weiter von Landsmann Max Hopp gehalten.

Top-Quote: Bis 860.000 guckten Fabian Schmutzler zu

Der Auftritt von Youngster Fabian Schmutzler hat dem TV-Sender Sport1 am zweiten Tag der Darts-WM eine gute Zuschauerquote beschert. Bei der Abendsession am Donnerstag schauten im Schnitt 530.000 Zuschauer ab drei Jahren (Z3+) und in der Spitze bis zu 860.000 Zuschauer zu. Der Gesamt-Marktanteil lag bei 2,3 Prozent. Seit 2004 überträgt der Sender die Darts-WM – nur einmal konnte er seitdem in der ersten Turnierwoche bessere Werte verzeichnen.

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Während Schmutzler in den Alltag – also in die Schule – zurückkehrt, stehen die ersten Auftritte für drei weitere deutsche Starter im 96er-Feld noch bevor. Das direkte Duell zwischen Florian Hempel (Köln) und Martin Schindler (Strausberg) findet am Sonntag statt. Die deutsche Nummer eins Gabriel Clemens (Saarwellingen) ist erst am 23. Dezember gefordert. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von 2,5 Millionen Pfund (2,95 Mio Euro).