Skeptischer Blick, aber voller Vorfreude: Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher ist in dieser Formel-1-Saison als TV-Experte wieder ganz nah dran.  Foto:  dpa

Mit Vollgas aus der Corona-Krise! Mit fast viermonatiger Verspätung startet die Formel 1 in die Saison. Der Ösi-GP (Sonntag, 14 Uhr, RTL) wird dabei zum Geisterrennen - und das gleich zweimal. Ex-Pilot Ralf Schumacher (44) zollt den Gastgebern Respekt. „Das war von Österreich eine sehr mutige Entscheidung zu der Zeit, als sie getroffen wurde“, sagt Schumacher.

Bereits vor Monaten warfen die Ösis ihren Hut als Austragungsort in den Ring – und bekamen schnell grünes Licht von der Politik. „Die Sicherheitsmaßnahmen sind sehr groß. Man tut alles und ist da sehr gewissenhaft, um keine Probleme zu haben“, lobt Schumacher.

Für den sechsmalige GP-Sieger, der diese Saison als TV-Experte wieder ganz nah dran ist, ist der Neustart im Notbetrieb „ein ganz entscheidendes Signal“. Schumacher: „Wir alle kehren zu einem Stück Normalität zurück, was auch ganz wichtig ist.“

Davon war die Formel 1 lange weit entfernt. Nach der Auftakt-Absage im März in Melbourne/Australien stand die ganze Saison auf der Kippe. Um die nötige Mindestanzahl an Rennen zu fahren, damit die TV- und Sponsorengelder (Hallo Fußball-Bundesliga) fließen, probiert die Formel 1 alles. Bisher sind acht Grands Prix in Europa geplant. Bis Dezember sollen es 15 WM-Läufe werden.

Normal wird dennoch nicht viel sein. Auf Fahrer und Teams warten in Corona-Zeiten noch mehr Herausforderungen als sonst. Nur durch strenge Einhaltung der Hygieneregeln ist der Rennbetrieb überhaupt möglich.

Den Maßnahmen fallen auch die Fans zum Opfer. Anders als im Vorjahr, als 203.000 Zuschauer zum Red-Bull-Ring pilgerten, wird es diesmal gespenstisch still. Und das gleich zweimal. Bereits eine Woche später startet am Sonntag (14. Juli) der zweite WM-Lauf in Spielberg. „Ich bin mal gespannt, ob wirklich der, der das erste Rennen in Spielberg gewinnt, auch beim zweiten vorn ist. Man lernt ja immer wieder dazu“, hofft Schumacher.