Lionel Messi grüßt im Paris-Shirt die PSG-Fans. Bayern-Boss Oliver Kahn will sich durch den Kader der Franzosen nicht einschüchtern lassen. Imago/PanoramiC/PA

Nicht einmal 48 Stunden nach dem Tränen-Abschied vom FC Barcelona hat Lionel Messi Fußball-Frankreich endgültig in Ekstase versetzt. Der 34 Jahre alte Argentinier einigte sich am Dienstag mit den Bossen von Paris Saint-Germain auf Ibiza über einen Mega-Vertrag.

Während in Messis alter Heimat, an Barcas Camp-Nou-Stadion, die Werbeplakate mit Messi bereits abmontiert wurden, fiebert man in Paris seiner Ankunft entgegen. „Der Airport Le Bourget, zwölf Kilometer vom Zentrum von Paris, wurde zu einer Art Woodstock“, schrieb die argentinische Sportzeitung Olé über die vielen Fans, die seit Sonntag auf den Ausnahmespieler warten.

Messi kassiert 70 Millionen Euro netto in Paris 

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Arbeiter entfernen das Messi-Porträt an der Fassade des Camp-Nou-Stadions nach dem Abgang des legendären Stürmers.

Am späten Nachmittag hatte das lange Warten dann endlich ein Ende. Messi landete in Frankreich und zeigte sich sofort im Paris-T-Shirt. Danach ging es zum Medizincheck in eine Privatklinik in Neuilly-sur-Seine, – bewacht von einer ganzen Armada von Polizisten, wie das folgende Video zeigt.  

Ob und wann der Eiffelturm in entsprechenden Farben – wie vor vier Jahren bei seinem ebenfalls vom FC Barcelona nach Paris gewechselten Kicker-Kumpel Neymar – zu Ehren Messis leuchtet, ist noch offen. Bekannt sind dagegen die Eckdaten von Messis PSG-Vertrag, der alles bisher Dagewesene sprengt: Für zwei Jahre kassiert Messi 70 Millionen Euro. Netto wohlgemerkt.

Eine Summe, die Bayern-Boss Oliver Kahn zwar staunen, den ehemaligen Welttorhüter aber nicht zittern lässt. Den Münchnern sei es immer gelungen, „diesen Wettbewerbsnachteil auszugleichen“, so Kahn. Bayerns neuer Vorstandsvorsitzender über die Mia-san-mia-Kultur: „Uns unterscheidet von all den anderen Klubs, dass wir hier seit jeher eine sehr starke Gemeinschaft und eine sehr starke Erfolgskultur haben. Siegermentalität haben andere auch - aber wir haben diese ganz bestimmte Siegesfähigkeit."

Bayern-Boss Kahn sieht PSG-Projekt kritisch

Das Pariser Star-Ensemble erinnert mit Messi nun viele an Real Madrids Galaktische aus der Saison 2003/2004. Damals hatten die Spanier Brasilien-Ronaldo, Luis Figo, Raul und Zinedine Zidane auch noch David Beckham für 37,5 Mio. Euro von Manchester United an die Seite gestellt. Doch alles was dabei heraussprang, war eine Meisterschaft 2007.

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Am Dienstagmittag hatte das lange Warte ein Ende: Messi begrüßte kurz die Fans am Flughafen, trug dabei bereits ein Paris-T-Shirt.

PSG will dagegen mit Messi und Stars wie Sergio Ramos, Neymar, Kylian Mbappe, Marco Verratti, Angel Di Maria oder Gianluigi Donnarumma und den deutschen Nationalspielern Thilo Kehrer sowie Julian Draxler endlich die Champions League gewinnen. Kahn bezweifelt stark, dass das ein Selbstläufer wird: „Wenn man sich die Namen ansieht, haben sie bei PSG eine spannende Truppe zusammen. Ich schätze alle Spieler. Die Frage wird aber sein, ob das funktioniert, ob das zusammenpasst, ob das harmoniert. Das wird sich zeigen. Das wird sehr spannend.“

Gerade die EM habe gezeigt, dass nicht immer das Team mit den größten Namen gewinne. Kahn: „Es funktioniert nur als Team. Die Italiener sind ein gutes Beispiel. Die haben natürlich auch ein paar große Namen, aber sie haben vom ersten Spiel an gezeigt, dass sie als Team Erfolg haben wollen.“

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